Entschuldigung, aber wir sind doch erwachsen, nicht? Da kann man doch auch mal über sowas reden, nicht wahr?

Schon lange brennt es mir auf den Nägeln und heute muss Rotfrau es einfach loswerden. Denn sobald meine Gedanken den Weg aus meinem Kopf in die Tippfinger gegangen sind, habe ich sie ein wenig aus meinem Kopfwirrwarr verbannt.

Die große rote Frau bezeichnet sich selbst als Therapieschreiber.

Es steht völlig außer Frage, dass Rotfrau ihre Familie liebt. Sie vergöttert ihre vier Männer und würde sich eher den Kopf abschlagen lassen, als dass sie tatenlos zusieht, dass man einem ihrer geliebten Geschöpfe was antut.

Ein Haar krümmt. Oder sowas. Ganz dunkel flimmert da immer noch die Szene in meiner Erinnerung herum, als ein renommierter Ohrenspezialist dem damals noch kleinen Preußenbayer (4 Jahre) eine chemische Verätzung am Trommelfell ohne Betäubung zumutete. Ich glaube, der Metzger hatte schon mit Absicht sein Vorgehen nicht angekündigt, weil er mich durchschaut hatte. Ich hätte es ihm nicht erlaubt. Ich hätte ihm Prügel angedroht und er wusste es vermutlich.

„Des hamma glei“, und schon brüllte mein kleines Buberl wie es nie zuvor gebrüllt hatte.

Rotfrau schubste die Arzthelferin, die das strampelnde Kind festhielt, zur Seite, gab dem rollenden Behandlungsstuhl inclusive Dr. Lauschlappen einen Tritt und riss das vor Schmerzen schreiende Kind aus dem Behandlungsstuhl. Der Doktor war reichlich entsetzt, sagte kein Wort.

„Sie fassen mein Kind nie wieder an! Sofort Hände weg! Und jetzt her mit einem Rezept mit Schmerzmitteln. Sofort!“

Ohne Gruß und mit brüllendem Kind auf dem Arm rannte ich nach draußen und schrie die (eigentlich tatsächlich) unschuldigen Arzthelferinnen an, sie sollen mir unverzüglich das Rezept aushändigen, ich würde keine Sekunde darauf warten.

Zack und raus.

Ein anderer Ohrenarzt stellte fest, dass die vollständige Genesung meines Buben bedauerlicherweise nur durch eben diese Behandlung möglich war und erst damit ein dreijähriges Drama mit vier Operationen endlich ein Ende finden konnte.

Dr. Lauschlappen war eine Koryphäe, doch ein Schlächter. Er praktiziert nicht mehr. Nicht schade drum!

Wie zieh ich denn jetzt nur den Bogen zu dem, was ich eigentlich schreiben will? Die oben geschilderte Geschichte dient eigentlich nur der Untermauerung der Aussage, dass Rotfrau ihre Männer liebt. Alle vier. Mit Haut und Haar.

Und trotzdem ist es manchmal echt schwer, wenn man alleine gegen vier antreten muss.

Die große rote Frau mag den Winter eigentlich recht gerne. Es ist stiller und klarer als in den Sommermonaten. Die Welt erholt sich in gewisser Weise vom Trubel der warmen Zeit. Rotfrau fühlt sich bei Temperaturen jenseits 26 Grad überhaupt nicht mehr gut und ab 28 Grad Außentemperatur sieht man sie nur noch selten draußen. Mir wird schlecht, der Kopf hämmert, der Kreislauf ist mehr als desolat und der stechende Stern am Himmel regt mich nur noch auf. Alles ist so grell, die Luft steht und dampft vor sich hin (obwohl…hier ja jetzt nicht mehr, hurra!).

Aber dieses Jahr sehne ich mich nach der Wärme. Her damit!

Ich kann es kaum noch erwarten, dass es draußen endlich endlich warm wird.

Und wissen Sie, warum?

Ich hasse es, dass ich ständig auf einer eiskalten Klobrille hocken soll!

Es fühlt sich so an wie im Haus meiner Oma, die keine Zentralheizung hatte und – das Plumpsklo noch gewohnt – ständig das Fenster auf hatte. Selbst bei -20 Grad. Das war Klo-ing extrem! Knallhart, sag ich Ihnen! Wenn ich bei meiner Oma war, versuchte ich die Toilette zu vermeiden.

Nun bewohnen wir ein mit Fernwärme beheiztes Haus. Unser Bad ist ein Traum aus Marmor und Naturstein. Fußbodenheizung. Groß und sehr schick.

Und trotzdem ist die Klobrille ständig tiefgefroren.

Der eine Leser mag nun genervt den Kopf schütteln, der andere bestätigend nicken, aber Rotfrau behauptet hiermit:

Männliche Verdauungsorgane funktionieren anders als weibliche!

Meine klitzekleinen „Menna“ haben drei bis vier Mal täglich die Hosen randvoll. Bis oben hin! Es stinkt erbärmlich und einer stinkt immer. Richtige Schnellkomposter sind das! Dann habe ich noch zwei erwachsene Exemplare, die ebenfalls über reichlich männliches Gekröse verfügen. Sie essen alle gar nicht so viel, als dass sie derart oft auf´s Klo müssten! Ich versteh das einfach nicht, ich esse doch das gleiche – schließlich koche ich hier – und komm nicht mal auf einen Bruchteil an Toilettengängen pro Woche!

Und da es sich eben um Männer handelt, machen sie zwar freundlicherweise das Fenster auf, das Schließen vergessen sie.

Immer!

Der wundervolle große schwarze Mann stellt sich tatsächlich einen Wecker im Handy, der ihn ans Schließen des Fensters erinnert! Echt jetzt!

Klappt aber nicht immer.

Und beim Preußenbayern sowieso nicht. Ich glaub, der leidet an Klodemenz!

„Schließ bitte das Fenster nach fünf Minuten! Ich bringe die Kinder jetzt in die Vuggestue und geh danach noch in die Bibliothek!“, so das Kommando an den Großen, der letzten Dienstag schulfrei hatte.

Wir haben natürlich über eine Stunde den Garten mit Fernwärme* beheizt, damit sich die Klobrille schön klirrekalt an Rotfraus Hinterteil schmiegen konnte.

Ach.

*Preußenbayers Klodemenz ist nämlich schon im fortgeschrittenen Stadium! Während der gsM energiebewusst die Heizung abdreht – was wiederum für ein noch erfolgversprechenderes Einfrieren der Klobrille spricht – , vergisst der Preußenbayer neben dem Fenster auch die Heizung. Doppel-Ach!

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