Warum Rotfrau am Sonntag den zweiten Tatort ihres Lebens anguckte!

Wenn man im Internet einen bestimmten Mailanbieter aufruft, erhält man immer wieder Hinweise darauf, ob sich der sonntägliche Tatort lohnt oder ob man den Fernseher lieber ausgeschaltet lassen soll!

Die große rote Frau verzichtet seit vielen vielen Jahren dankend auf den Fernsehkrimi der ARD. Die Melodie ist im Kopf aber als Kindheitserinnerung abgelegt und das Fadenkreuz hab ich auch schon oft durch den Türspalt des elterlichen Wohnzimmers gesehen, als ich nochmal Durst hatte, auf´s Klo musste, ein Monster gesehen hatte, mir kalt war, mir heiß war, eine Mücke im Zimmer war, der Bruder nervte oder was auch immer einem schlafunwilligen Kind so alles einfällt.

Generell mag ich die deutsche Filmkunst eher weniger. Deutsche Schauspieler spielen seltsam. Immer irgendwie gleich und „sich selbst“. Da kann der Til noch so angestrengt in die Kamera gucken, sein Gesichtsausdruck und sein Genuschel sind immer gleich. Weil er aber ein sehr gut aussehender Mann ist, verzeihen ihm das Millionen von Fans. Na, sollen sie ruhig, den einen oder anderen Film von ihm finde ich ja auch amüsant, aber dass ich wegen seines Grinsens einen Tatort einschalte – habe ich wirklich richtig gelesen, der Til macht jetzt auch auf Krimi? -, halte ich für absurd.

Tatort – ein Versuch, gute Krimis zu bieten.

Wenn Rotfrau richtig Lust auf Krimis hat, dann auf den Kurt. Kurt und sein Team können Krimi!

Manchmal zieht es sie und den wundervollen großen schwarzen Mann auf die Insel. Dort wohnen amüsantschrullig überzeichnete Menschen in einer mordlustigen Graftschaft – lebt da eigentlich noch einer? Der Chief Inspector bringt uns immer zum Lachen und wir würden tatsächlich gerne mal „auf seinen Spuren“ reisen und uns ein paar der Drehorte angucken.

Dass das wahre Grauen in isländischen Büchern steckt, braucht an  dieser Stelle nicht erwähnt zu werden, es geht ja schließlich um die Flimmerkiste heute!

Den ersten Tatort sah ich kurz nach dem Einzug ins damals kleine rote Haus am Wald, als der gsM und ich uns fragten, warum soviele Menschen jeden Sonntag vor dem Fernseher sitzen. Hinterher fragten wir uns das übrigens noch mehr.

Gestern also der zweite Tatort und ich weiß jetzt auch, wer Frau Thomalla ist! Ich lebte zwar bisher recht gut mit meinem Unwissen, aber nun weiß ich auch, dass man sich offenbar ziemlich lustig über die Frau macht, denn mein Freemailanbieter quoll über mit gehässigen Twitterlichkeiten bezüglich deren Antlitz. Sie sieht nicht anders aus als viele andere Blitzlichtmagneten, die mit Schwelllippen und Schnippelgesicht dämlich lasziv in die Kamera gucken. Warum also zieht man so über sie her?

Warum also hat die große rote Frau gestern einen Tatort angeschaut? Einen ganzen wohlgemerkt!

Der gestrige Sonntag war ein Feuerwerk familiärer Geschäftigkeit.

Aufstehen. Frühstück. Anziehen. Trotzanfälle beim gsM zurücklassen, den Preußenbayer ins Turnier fahren, Heim brausen, die Zwillinge und den gsM zur Kirche in den Fastelavns-Gottesdienst schleppen, sich wundern, nach Hause fahren, Zeitung rauskramen, wieder anziehen und ins Vereinsheim fahren, die Katze in der Tonne* schlagen, zum Turnier fahren, Preußenbayer beim letzten Spiel unterstützen, zum Einkaufen fahren, kochen, Männer abfüttern, Kinder beaufsichtigen, damit der gsM draußen arbeiten kann, zwei Kuchen (einen für die Arbeit und einen für daheim) backen und einen kalten Hund zusammenklebrigen, Küche zum xten Mal aufräumen, Abendessen machen, Kinder fürs Bett fertig kämpfen, Küche erneut aufräumen und dann geschwächt auf der Couch zusammenbrechen. Rumzappen.

Einfach nur dumm gucken. Tatort läuft. Rotfrau liegt teilnahmslos-apathisch auf der Couch und wartet auf den gsM, der oben im Arbeitszimmer rumwurschtelt.

Um 21.15 Uhr kommt er runter.

„Du schaust Tatort?“

„Naja, du warst nicht hier und ich wollte keine Aufnahme starten. Aber jetzt will ich schon wissen, wie es ausgeht.“

Ich bin sicher, ich werde mir keinen Tatort mehr anschauen.

Weder mit dem Til noch mit seiner einszweiohrigen Hasenkollegin.

* Slå katten af tønden:

Fasching - Kopie

2 Gedanken zu “Warum Rotfrau am Sonntag den zweiten Tatort ihres Lebens anguckte!

  1. Also Nuscheltill und Schmollmundthomalla kann ich echt nicht ertragen.
    Früher war da noch ein Komissar, der jeden Sonntag (oder einmal im Monat?) brav und ohne 325 Leichen sondern meistens mit nur einer, seinen Dienst getan hat. Der auf seine Pensionierung hingearbeitet hat, mit einem Assi, ähh Assistenten.
    Da war nicht irgendein ausgemusterter Fremdenlegionär,oder eine hochmotivierte Komissarin die aber leider strafversetzt wurde ins tiefe Bayern (oder so)
    Und chirurgische (private) Eingriffe an den Darstellern gab es auch nicht, höchstens eine neue Brille mal.
    Ich verstehe das, diese Sendungen kann man nur gut im Halbschlaf hinnehmen…und am Montag weiß man nicht mehr, wer die Leiche (Leichen) und der oder die Täter waren.

    Berieselung halt…wenn man zu müde zum lesen ist !

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