Gründe, warum die Pubertät cool ist!

Hilfe! Mein Kind ist in der Pubertät!

Ratgeber, Trostspender, Durchhaltefolianten…Viele Eltern haben bereits bei der Geburt des heißgeliebten Kindes Angst vor der Pubertät. Die Regale in der Ratgeberabteilung sind vollgestopft mit literarisch hochwertigen Ergüssen, um die vermeintlich schwierigste Zeit zwischen Eltern und Kind zu überstehen.

Zugegeben, es ist etwas anstrengend. Aber ehrlich, das sind die süßen Babys und putzigen Kleinkinder doch auch! Und zwei Kleinkinder auf einmal, das ist wahrlich eine Herausforderung, gegen die ein pubertierender Jugendlicher fast abstinkt!

Liebe Neueltern, haben Sie keine Angst vor der Pubertät Ihres Kindes, so schlimm ist das nicht. Ich weiß es, denn ich erlebe es justamente live:

1. Angstfaktor: das Pubertier lehnt sich gegen Eltern auf und nimmt keinerlei Ratschläge mehr an – es begehrt auf.

Haben Sie schon mal genau beobachtet, was Ihr Kleinkind tut? In der Trotzphase schreien die Zwerglein. Sie alle brüllen, treten, hauen, bocken und das schon aus geringsten Anlässen! Man weiß als Mama nicht mal, warum schon wieder ein Anfall notwendig ist! „Niiiiiicht so tun!“, keine Hose, kein Lächeln, kein Ausflug. Alles Gründe, den liebevollen Eltern die Hölle heiß zu machen. Und Babys weinen sowieso meistens. Da kann man den Wonneproppen hundertmal sagen, dass sie doch bitte in der Nacht schlafen sollen, weil Mami sonst elendst müde ist. Und, was tut Baby? Richtig, weinen! Immer und hartnäckig. Und ich kenne da eine Mama, die sogar ihre inzwischen zweieinhalbjährigen Zwillinge vergeblich um Nachtruhe anbetteln muss…Das Pubertier wehrt sich natürlich auch gegen elterliche „Unsitten“. Keine pädagogischen Gespräche bittesehr und schon gar keine Vorschriften mehr, denn es ist nämlich selbst alt genug. Aber wenn es dann merkt, dass es eben nicht immer bereits selbst alt genug ist, dann kommt es wieder angekrochen. Versprochen 😉

2. Angstfaktor: das Pubertier ist nicht mehr unter Kontrolle zu halten.

Haha, glauben Sie wirklich, Sie hätten Ihr Kind jemals unter Kontrolle gehabt? Wirklich? Sie sind aber lustig.

3. Angstfaktor: das Pubertier ist nervig.

Naja, sicherlich ist es das, aber mal ganz ehrlich: die Kleinen sind es auch. Nicht nur manchmal, sondern ziemlich oft! Gerade die berühmte Trotzphase ist wirklich eine Belastung für alle. Trotzende Zwillinge überleben diese Phase nur, weil die Eltern einen genetisch eingebauten Schutz haben, der sich „maßlose Liebe“ nennt. Unbeteiligte Beobachter könnten böswilligerweise vielleicht auf die Idee kommen, das als elterlichen Irrsinn zu bezeichnen? Wer weiß. Ich versichere Ihnen, dass eben selbiges genetische Programm Ihnen auch durch die Pubertät hilft. Versprochen!

4. Angstfaktor: das Pubertier löst sich von den Eltern.

Na hoffentlich! Wer will das denn bis ans Ende aller Tage ertragen? Ich wage die These, dass die schlimme Phase der Pubertät notwendig ist, um das nach ca. 11/12/13/14 Jahren formvollendete Liebesprogramm niederzuringen und in den Eltern den Wunsch aufkeimen zu lassen, das Pubertier möge doch bitte bald ausziehen. Vom ersten Tag der Geburt an beginnen unsere Kinder damit, sich von den Eltern zu lösen. Selbiger Entwicklungsprozess fällt im Kleinkindalter beiden Parteien sehr schwer (Nachtschreck usw.), in der Pubertät ist es dann wie ein Sprungbrett:

Sobald das Pubertier wieder bei Sinnen ist, können die durch die pubertären Stürme geschwächten Eltern endlich folgenden Satz sagen: „So, mein Kind, nun stell dich mal gefälligst auf eigene Beine, da hinten steht übrigens dein Koffer!“ Das kann man zu einem Kleinkind ja wohl nicht sagen, nicht wahr?

5. Angstfaktor: das Pubertier ist plötzlich so ganz anders.

Na sicher ist es das. Und es ist super! Es schläft nämlich auf einmal. Ganz alleine, freiwillig und sehr viel. Saupraktisch! Sie müssen nicht mehr am Sonntag um fünf vor Sechs aufstehen und „Mama, bin wach!“ anhören. Das Pubertier raunzt Sie gewaltig an, wenn Sie auf die dumme Idee kommen, es vor zehn Uhr sprechen zu wollen! Überhaupt hält selbiges auch endlich den Mund! Meist schweigt das Pubertier sogar mehr als Ihnen lieb ist! Nach jahrelangem „Nun sei doch endlich mal still!“ ist das beinahe erholsam!

Am allerbesten aber ist, dass das Pubertier einen gewissen Humor ausbildet, der einem die übelsten Diskussionen vergessen lässt und das zeitweilig stotternde Liebesprogramm wieder zum Laufen bringt:

Dank blogger.de kann ich mich jetzt ewig an eine sehr lustige Unterhaltung via WhatsUPP erinnern. Und lachen. Und mich über meinen lustigen Preußenbayern freuen. Und ihn maßlos lieben:

Mein großer Sohn ist mit dem vegetarischen Gericht nicht einverstanden und soll sich mit einem Geldschein selbst eine Fleischeinlage kaufen. Er schickt Mama eine Nachricht.

Mama schickt das hier zurück und erhält diese Antwort.

Ich finde mein Pubertier cool. Es darf noch ein paar Jahre bei mir wohnen bleiben 🙂

11 Gedanken zu “Gründe, warum die Pubertät cool ist!

  1. Pingback: Auf ein Glas Wein mit Meermond | Meermond

  2. Ein ganz wunderbarer Text, den ich gern teile 🙂

    Mein Sohn ist kurz vor 14 und geht mir manchmal wirklich auf die Nerven. Du beschreibst fantastisch humorvoll, dass doch jede Zeit ihre Macken hat und,,, so what…
    Du sprichst mir aus der Seele.

    Liebe Grüße
    Tine

    Gefällt 1 Person

  3. Irgendjemand hat mal den Ausdruck ‚Pubertier‘ erfunden. Warum wohl…?
    Weil die zeitweise eingesperrt gehören..wenn sie sich nicht selbst einsperren. Und weil sie plötzlich nicht mehr sprechen können.., weil sie knurren und bellen und die Zähne fletschen..und auch manchmal losheulen wie ein Schloßhund!

    Bei einem meiner Kinder ging die Trotzphase übrigens bis zur Pubertät😜

    Zum Thema Auszug der Kinder: Ich finde es gehört gesetzlich geregelt, daß die Kinder allerallerallerspätestens mit 20 Jahren ausziehen müssen😊außer die Eltern verfügen über ein sehr großes weitläufiges Anwesen mit externen schallgedämmten Wohnungen!

    Gefällt 2 Personen

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