Der Wursthaufen

Ich bin mir fast sicher, dass diese Überschrift für unheimlich viele Aufrufe sorgen wird. Aber es handelt sich nicht um eine pubertäre Lustigkeit, sondern um das, was wir heute gegessen haben!

Vor unserer Auswanderung bestellten wir mehrere Umzugshelfer verschiedener Speditionen in das kleine rote Haus am Wald. Wir wollten wissen, wieviele Kubikmeter unser Besitz umfassen würde und was uns der Spaß kosten würde. Auf die Beauftragung von dubiosen Internetangeboten haben wir verzichtet.

Bevor es weiter geht, hier ein Tipp für alle Auswanderer:

Im Internet gibt es sehr viele günstige Angebote von Speditionen in diesen Angebotsbörsen, auch ins Ausland. Man bietet unglaubliche Toppreise an, die sich gravierend von denen der Traditionshäuser unterscheiden. Wir erhielten sogar ein Angebot über 2500 Euro für einen Umzug mit drei Umzugshelfern.

Der Trick dieser Günstiganbieter ist der, dass die Aufträge einfach weitervermittelt werden! Irgendein Billigunternehmer aus Irgendwo sagt dem Auftraggeber dann zum vorgeschlagenen Preis zu. Manchmal vermitteln die dann wieder weiter usw. Es ist also durchaus möglich, dass man am Ende überhaupt nicht mehr weiß, wer da eigentlich das ganze Leben quer durch Europa karrt.

Vor Ort kann man dann durchaus schon mal erneut heftig zur Kasse gebeten werden, denn schließlich soll das ganze Leben ja wieder aus dem Laster raus! Ungeahnte „Zusatzleistungen“ oder schiere Erpressung kommen auf den ahnungslosen Auswanderer zu. Oder vielleicht befindet sich der Laster nicht am Zielort, sondern in Hinterdupfingen in Ostgotistan. Dort parkt er auf einem Flohmarkt und wird zum Verramschen aufgemacht, wenn man nicht nachzahlt. Da laufen die gemeinsten Gemeinheiten ab, wie eine seriöse Quelle uns anvertraute.

Hände weg vom Billigumzug! Auf zu den seriösen Traditionsunternehmen!

Wir haben „ein ganzes Haus“ (18 Tonnen) auf eine 1250 Kilometer lange Reise für unter 6000 Euro geschickt!  Inclusive zwei wundervollen Helfern in Deutschland und in Dänemark! Kaputt gegangen sind exakt ein Unterteller, ein IK-Geh-JA-Trinkhumpen (die für 50 Cent) und eine Tasse. Das wars. Kein Kratzer auf dem Klavier, kein Fitzelchen irgendwo sonst.

Zurück zum Wursthaufen.

Weil also alle Umzugshelfer unsicher waren, ob unser Zeug in einen 12 Tonner mit Anhänger reingehen würde, riet man uns zum gravierenden Ausmisten. Das haben wir getan, und wie! Auch den großen, freistehenden Kühlschrank und den Gefrierschrank haben wir nicht mitgenommen, weil in Dänemark die Häuser inclusive Weißwaren verkauft werden. Dass der Anhänger am Ende HALB LEER (*schreiiiii*) auf die Reise ging und wir uns erst gestern wunderten, wieso wir nicht den Vertikutierer aus der Garage in den leeren Hänger gerollt haben oder die Betonwannen oder was weiß ich nicht, was alles noch rumstand…Wurst.

Genau! Wurst, darum geht es heute.

Nun, unser neues Haus haben wir inclusive Küche, Waschmaschine (iiiiiih!), Kühlschrank und Gefriertruhe erworben. Der Kühlschrank ist genial. Noch größer als unser alter, aber die Gefriertruhe ist ein Alptraum. Dadrin kann man einen Pottwal aufrecht sitzend (fragen Sie mich bitte nicht, ob ein Pottwal sitzen kann. Ich weiß es nicht.) einfrieren und der Stromverbrauch ähnelt vermutlich ebenfalls dem Umfang eines Wals – pro Minute oder so. Jedenfalls blieb das Ungeheuer bislang aus und wir möchten uns eines Tages ein kleines Gefrierkästchen in TrippelAplus schenken.

Nur, bislang haben wir das noch nicht auf die Reihe bekommen!

Gestern erwarb Rotfrau ein TK-Päckchen Pølsehorn zum Aufbacken. Schmecken saugut und ist als Fingerfood quasi ideal für einen Strandausflug. Ein Pølsehorn ist so ähnlich wie ein festes Croissant mit einem Würstchen drin.

Wie immer warf Rotfrau das gefrorene Tütchen in den Kühlschrank. Das ist nämlich nicht schlimm, wenn man es am nächsten Tag verbraucht/erhitzt/aufwärmt oder was auch immer.

Ich rate von ehemaligen TK – Pølsehörnern aus dem Kühlschrank dringend ab. Macht man das Tütchen nämlich auf, ploppt da ein Würstchenblobb auf das Backblech:

Wursthaufen - Kopie

Wir haben den Pølseblobb gebacken und sind mit ihm an den Strand gefahren.

Wursthaufen2 - Kopie

Der Wursthaufen schmeckte wie er schmecken musste – auch einem vorbeigelaufenen, unerzogenen, räuberischen Schnapphund – und die Kinder waren äußerst glücklich darüber, dass sie sich so einfach das rauspopeln konnten, was sie wollten: Würstchen.

12 Gedanken zu “Der Wursthaufen

  1. Ich musste heute eben so herzhaft lachen… Kopfkino pur… Pottwal sitzend in Gefriertruhe!! Großartig!! Aber wahrscheinlich nicht so abwägig… Unsere Dänenfreunde hatten vor 3 Jahren ihre Gefriertruhe mit in den Urlaub genommen… (ok, dass es eine einwöchige Party in einem Pfandfinderheim war und die Gefriertruhe einfach gebraucht wurde, weil dort Mengen an Würstchen im Teigmantel eingefroren wurden, verschweig ich mal)

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  2. Haha..Wursthaufen😂sehr schön!

    Ich habe früher oft mal Würstchen im Blätterteig gemacht, einfach wohlschmeckende Würstchen in Blätterteig einrollen(einzeln natürlich), Teig oben und an den Enden festdrücken mit etwas Eigelb bestreichen und backen. Das schmeckt echt gut und ist als Ausflugsessen gut geeignet. Wer mehr Kalorien möchte, rollt noch eine Scheibe Käse mit ein😜

    Gefällt 1 Person

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