Meermond
Leben in Dänemark Leben in DK Umzug nach Dänemark

Dinge, die man wissen/lernen sollte, wenn man nach Dänemark auswandern möchte! Teil 2

  • Die Dänen sind offenbar gut erzogen! Man bedankt sich für eine Einladung beim Betreten des Hauses, beim Verlassen des Hauses und am nächsten Tag schreibt/tippt oder ruft man sich/an, um noch einmal zu versichern, dass das stattgefundene Treffen schön war. Nochmal ein Tak. Tak hier und da. Wenn Rotfrau ihre Zwillinge von der Vuggestue abholt, so bedanken sich die Erzieherinnen bei mir (???) für den Tag: „Tak for i dag“. Ich bedanke mich dann auch und wünsche einen schönen Tag. Danke und gleichfalls. Danke. Dabei bin ich mir sehr sicher, dass die Erzieherinnen am Ende ihres Arbeitstages einfach nur noch froh sind, wenn sich die Hallen wieder leeren. Nach dem Sprachkurs bedanken wir uns artig für den Abend: „Tak for i aften“. Hübsch ist auch das „Tak for mad“, mit dem man das Essen beendet. Velbekomme!
  • „Schatz, ich glaub, heute ist wieder irgendwas los, was wir nicht mitbekommen haben!“ „Wieso?“ „Fahnen! Überall Fahnen! Das halbe Dorf ist rot-weiß!“

    Wenn man in Dänemark ein Fest feiert, so wird das für jedermann sichtbar: es ist flagdag! Häuser, in denen ein Geburtstagskind wohnt, sind mit Fähnchen verziert: am Eingang steht eine Fahnenstange (1,5m hoch) mit dänischer Flagge, in der Hecke flattern Papier- oder auch wiederverwendbare Stofffähnchen, manch einer hisst im Garten noch eine Riesenflagge und zum Eingang wird ein roter Teppich ausgerollt. Kein Witz, rote Teppiche und Fahnendekor gibt es in jedem Supermarkt. Als Rotfrau heute früh vom Balkon über das dörflich anmutende Stadtviertel blickte, leuchteten ihr auffallend viele Fahnen entgegen und die Hauptstraße auf dem Weg zum Wertstoffhof glich einer Parademeile. Rechts und links an jeder Straßenlaterne Fahnen:Flagdag - KopieDas Dorf, in dem wir zu Beginn unseres neuen Lebens wohnten, waren in den Bürgersteigen sogar Fahnenhalterungen für eine angemessene Prachtmeile eingelassen. Festtage sind flagdage und heute war übrigens Konfirmation. Beflaggtes Kirchengelände, rechts und links eingerahmte Festmeilen, rote Teppiche, rotes Käfercabrio mit Fahnendekor und rot-weiße Festzelte sorgten für große Begeisterung.

  • Wertstoffhof? Am Sonntag? Am Konfirmationsfesttag? Na sicher, am Sonntag kann man am besten ausmisten. Viele Leutchen kurven mit Anhängern voller Zeug zum geräumigen Entsorgungsplatz, der täglich geöffnet hat. Werktags von 12 bis 18 Uhr und sonntags bis 17 Uhr. Aus dem südöstlichen Bayernland kommend sind wir fitzeliges Klabüstern gewöhnt. Das Plastik ist ein anderes als jenes und große Folien sind bitte anders einzuwerfen als kleine und bitte ja keine Joghurtbecher mit „Plastikhohlkörpern“ (hihi) verwechseln. Styropor in Kugeln dahin, Platten dorthin und wie kommen Sie auf die Idee, dass dunkles Styropor auf den Wertstoffhof darf? Auf die Frage „Wohin dann?“ kommt meist eine ausweichende Antwort und darum haben der wundervolle große schwarze Mann und Rotfrau die Isolierungskugeln damals nicht losgebracht. Sie erinnern sich gewiss ;-)Nun, auf dem Wertstoffhof, den ich heute besucht habe, gibt es neben den üblichen Sammelbehältern Container für Rigips, Dachpappe, Sperrmüll, „Brennbar“, „Nicht brennbar“, Autoreifen mit Felgen, Autoreifen ohne und noch weitere Lustigkeiten. Man kann ein ganzes Haus ausmisten und wegfahren. Zur Not auch mit einem Pferdeanhänger – heute so gesehen 😉
  • Sonntag ist Baumarkttag. Dazu brauche ich nicht mehr erzählen. Und wer bis hierhin gelesen hat und schon ein kleines bisschen Däne ist, der weiß, warum dieses Bild – aufgenommen heute, Sonntag, um 18.12 Uhr als ich die heutigen Werbeangebote vom Litttl (Sonntag ist Angebotstag) geholt habe – so typisch dänisch ist:Baumarkt - KopieKleiner Tipp: Es ist nach Geschäftsschluss…

2 Kommentare

  • Antworten
    die kurskollegin
    3. Mai 2015 at 22:12

    Jawoll, hoch leben die Kunststoffhohlkörper und die Mischkunststoffe bis Tragetaschengröße! Und die dreimal wöchentlichen Öffnungszeiten von je zwei Stunden, April bis Oktober auch viermal😁👍

    • Antworten
      meermond
      3. Mai 2015 at 22:51

      Ole, und immer gut auf die Wachhundaugen der Männer aufpassen, die mit Rechen den Plastikcontainer durchwühlen und mit bösen Blicken Joghurtbecher aus den Hohlkörpern rausfischen und schimpfen. 😀

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