Es ist die Dualität, die uns komplett macht!

„Wobei ich denke es ist die Dualität die uns komplett macht als Mensch. Das negative für sich erkennen und mit dem positiven arbeiten wäre vielleicht ein Ansatz den man verfolgen könnte…“

(wellington, 4. Mai 2015, 00:01 bei c17h19no3.blogger.de)

Wellington hat Recht.

Seit Februar sind die Zwillinge in der Vuggestue. Seit Februar gestaltet die große rote Frau ihre Tage so, wie sie alleine es möchte. Viele Arbeiten drehten sich bisher um Haushalt und Haus, manche um Arbeitssuche und manche Tage habe ich schlichtweg verbummelt. Verjuxt und hemmungslos genossen.

Der wundervolle große Mann hat während der inzwischen drei Monate niemals darüber gemeckert, dass ich den einen oder anderen Tag einfach sinnfrei verstreichen habe lassen, denn er war der Meinung, ich hätte Urlaub und Erholung nötig. Oh ja, das hatte ich wirklich. Und nun geht es mir wieder viel besser. ❤

Die ersten zwei Jahre mit den Zwillingen waren sehr kräfteraubend. Die langjährigen Leser unter Ihnen haben bereits so manche Jammergeschichte ertragen müssen. Wenn man noch dazu ein Pubertier hat, das sich in eine Patchworkfamilie eingliedern muss, dann wird es richtig kompliziert. Als würde das nicht reichen, kam noch die Auswanderung dazu. Zugegeben, Rotfrau war erledigt. Und das heißt was, zumal man mir – wäre ich in der heutigen Zeit ein Schüler – mit Sicherheit nahe legen würde, mich auf ADHS testen zu lassen…

In meinem Kopf wirbelt und schwirbelt es: Worte und Bilder verrühren sich zu einem wortgewaltigen Farbenrausch, über dem ein permanenter Musikschleier flattert. Ich habe mehr Phantasie als der berühmte, gelbe Schwamm und ich kann allein durch intensive Vorstellung lachen oder auch weinen.

In diesen drei Monaten habe ich mehrere Betriebe besucht und ein Praktikum absolviert, schließlich ist ein eklatanter Unterschied zwischen den deutschen und dänischen Betrieben, in denen eine große Rotfrau rumzuhüpfen pflegt. Wer also professionell rumzuhüpfen plant, muss sich erst mit der dänischen Hüpfweise befassen, so der Gedanke. Seit zwei Wochen tummle ich mich auch gegen Bezahlung in einem Betrieb, allerdings handelt es sich hierbei nur um eine befristete Aushilfstätigkeit. So richtig untätig bin ich also nicht, obwohl ich so gerne faul bin. Auf das Vorstellungsgespräch am Dienstag habe ich im Prinzip weder Lust noch habe ich Hoffnung auf eine Einstellung. Trotzdem klingt das irgendwie doch sehr aufregend. Was mache ich also, wenn da mehr draus würde und warum bin ich nur so nervös?

Einerseits bin ich ein Hedonist und neige zu maßloser Genusssucht. Wenn mir etwas gefällt, dann sieht man es mir an: Ich freue mich durchaus manchmal wie ein kleines Kind und kann lachen, rumtanzen und so richtig peinlich sein. Das Mein ganzes Leben ist ein einziger Genuss. Andererseits bin ich ein knallharter Perfektionist. Meine Arbeit plane ich stets zu 100%, obwohl ich das Paretoprinzip wahrlich toll finde, es verstehe und mich immer wieder daran versuche!

Ich liebe meine Kinder und würde für sie sterben. Sie sind meine Luft zum Atmen und meine Welt. Tag und Nacht bin ich mit dem Herzen bei ihnen. Andererseits bedaure ich zugeben zu müssen, dass es so manche Tage gibt, an denen ich sie alle am liebsten auf die Marsmission schicken möchte. Dass sie mich allesamt nerven. Und ich sage es ihnen dann sogar…hinterher tut es mir dann leid. Ich vermisse mein altes Leben und habe dennoch das schönste Leben der Welt.

Mein Haus muss stets aufgeräumt sein, damit ich mich rundum wohl fühle. Dabei bin ich der vermutlich unordentlichste Mensch der Welt! Ich hasse es, wenn alles kreuz und quer rumliegt und ich es selbst bin, die zur großen Vermüllung beiträgt.

Ich bin unsympathisch und knallhart, wenn es sein muss. So manches Mal habe ich Dinge verbalisiert, über die andere regelrecht entsetzt waren. Auch hier im Blog. Trotzdem gibt es Menschen, die mich wirklich mögen, und erstaunlich viele Leser. Sympathischer Kotzbrocken?

Ich liebe es, die Worte aus meinem Kopf in die Welt zu schicken und es gibt für mich keine idealere Vorstellung, als von Worten leben zu können. Ach könnte ich doch täglich hier am Tisch sitzen und in die Tasten klackern, Kaffee trinken, mich freuen und beobachten, wie sich innerhalb von Minuten der Bildschirm füllt. Ich wäre so gerne ein Autor. Nein, kein Journalist, denn das muss man ja schließlich erlernen, ein simpler Wortjongleur, der andere Menschen in seine Welt entführen kann. Andererseits wäre ich dann täglich alleine. Keine Menschen, denen ich beim Erzählen meiner Geschichte in die Augen sehen kann. Keine Antworten und Reaktionen.

Ich liebe die Wahrheit. Und gleichzeitig blogge ich. Niemand außer mir weiß, was ich Ihnen hier nun vorgeflunkert oder ganz aufrichtig gestanden habe. Es ist schließlich mein Buch, in dem Sie gerade blättern 🙂

Willkommen in meiner Dualität.

9 Gedanken zu “Es ist die Dualität, die uns komplett macht!

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