Fahr Auto, wenn du Auto fährst!

Autofahren - Kopie

Was machst du, wenn du Auto fährst? Fahr Auto, wenn du Auto fährst!

Zugegeben, Rotfrau tut das nicht durchweg: Ein Blick auf´s Handy, ein Rumsuchen in der Handtasche auf dem Beifahrersitz, den Zwillingen was nach hinten reichen…

Dabei kann es so verdammt schnell gehen!

Am Samstag habe ich beim GOTTLOB langsamen Ausparken – normalerweise setze ich wesentlich zügiger aus der Parklücke heraus – einen Beinahe-Horrorunfall verursacht! Ich fahre nicht nach Spiegeln, sondern drehe mich immer komplett um. Aufgrund meiner Rückenlänge ist es mir ohne Verrenkung ohne weiteres möglich, genial aus der Rückscheibe nach hinten zu gucken. Und trotz freier Sicht machte es plötzlich „Dunk“!

Sofort Auto wieder nach vorne gefahren, ausgestiegen und hinter das Auto gelaufen. Da stand eine winzige Oma, auf ihr Gehwagerl gestützt und guckte verdattert zu mir hoch! Sie war so klein und so auf ihre Gehilfe gebückt, dass ich sie nicht gesehen habe! Sie meinte freundlich, es sei ihr doch nichts passiert und nur ihr Wagen habe einen Schubs bekommen. Offenbar war das auch so, denn sie stand ja noch aufrecht da! Mit einem herbeigelaufenen Zeugen konnte die Situation ausreichend geklärt und entschärft werden. Einen Arzt brauche sie nicht, es sei ja nichts passiert, ich solle mich wieder beruhigen. Und dann wackelte sie weiter. Um meine Nerven zu beruhigen saß ich noch eine Weile schwitzend hinter dem Lenkrad und guckte der Oma bei ihrer waghalsigen Straßenüberquerung zu. Ein abbiegendes Auto musste aprupt wegen ihr stehen bleiben, woraus ich todesmutiges Verhalten im Straßenverkehr schloss und mich wieder fassen konnte. Das hätte böse ausgehen können…

Heute wollte ich in den Parkplatz zur vuggestue einbiegen, da machte es plötzlich „Bamm!“ und als ich rausraste, lagen ein Motorroller und ein junger Mann auf der Straße. Der Kerl war einfach in mich hineingebrettert, dabei standen meine Räder sogar noch parallel zur Bordsteinkante! Als er seinen Helm abnahm und mir versicherte, es sei ihm nichts passiert, war ich den Tränen nahe und als er den Ärmel hochzog und eine blutende Platzwunde fand, brach ich in Tränen aus. Eine Erzieherin meiner Kinder, die gerade Feierabend gemacht hatte und auf dem Weg zu ihrem im Auto wartenden Mann war, eilte sofort helfend herbei. Unfallaufnahme, klärende Gespräche, Trostumarmung Zeugenfindung und Datensammlung – sie machte alles für mich. Da der Unfall sich bei Minimalgeschwindigkeit ereignet hatte, beschränkte sich der Schaden auf Lackkratzer, einen abgebrochenen Spiegel beim Motorroller und eben diese blutende Platzwunde.

Was aber, hätte ich wieder mal nicht das getan, was ich eigentlich tun hätte wollen? Nämlich Auto fahren und nur das?

Fahr Auto, wenn du Auto fährst.

Es passiert dabei schon viel genug.

Ende: Rotfrau Schnaps, Erzieherin Blumenstrauß.

14 Gedanken zu “Fahr Auto, wenn du Auto fährst!

  1. Danke für den Aufweck-Beitrag! 😉
    Gegen Fehler der anderen ist man machtlos… da hilft selbst das umsichtigste Fahren nicht. Wenn die Oma zu klein ist für Dich, dann wohl auch für die Spiegel. Ich beobachte auch viele todesmutige Verkehrsteilnehmer, egal wie sie jetzt unterwegs sind. Vor allem Radfahrer sind mir suspekt. Aber die anderen sind die schwächeren und man selbst meistens schuldig – auch wenn es nur gefühlt ist.
    Was ich schlimm an mir finde, ist die Routine – auch ohne Ablenkung durch Handy oder Kinder. Wie Zoé schon schrieb.

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    • Bitte sehr 🙂
      Ich fühle mich in der Tat schuldig. Was ich aber hätte besser oder anders machen hätte können, weiß ich noch immer nicht 😦
      Routine ist gefährlich, kann aber auch vorbeugend sein: man kennt die haarigen Stellen, an denen Gefahren drohen.

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  2. Meermond, jetzt muß ich ein bißchen schimpfen! 1. Spiegel lügen nicht! . Never ever! Ein Auto hat drei davon,1 links, 1 rechts, 1 in der Mitte. Handys und dergleichen sind pfui und tabu im Auto! Schon mal hinter jemandem hergefahren, der kurz seine SMSs schreibt? Oder die Kinder im Auto füttert? Bis daheim verhungern die Süßen nicht …. (ich weiß, jetzt krieg ich Haue…). Alles vermeidbare Ablenkungen! (Als Motorradfahrerin wird man ungern von Autofahrern abgeschossen, bezahle nämlich nicht mit Blech, sondern mit Naturalwährung – Haut und Knochen!) Aber ich liebe euch trotzdem, zum Trost ein Donnerstagsherz von mir, bitte schön: <3.

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    • Du hast Recht mit schimpfen, was Kinder und Handy im Auto angeht. Mach ich nimmer, denn dann bemerkt man das Fehlverhalten der anderen Verkehrsteilnehmer (noch) weniger. Versprochen!
      Denn tatsächlich können sich auch Motorradfahrer falsch verhalten oder auch waghalsige Omas: Beide Male bestätigten beobachtende Zeugen, dass ich mich so sorgfältig wie möglich verhalten hatte. Oder würdest du in ein am Straßenrand fast stehendes, blinkendes Auto reinfahren und dessen Fahrer dann die Schuld geben? Ich hatte noch nicht einmal die Räder zur Abbiegerichtung bewegt und stand fast.
      Und übrigens bin ich immer sehr erleichtert, wenn mein wundervoller schwarzer Mann heil und gesund von seinem Motorrad absteigt 😉 Passt gut auf euch auf!
      Ich finde dich auch sehr sympathisch und herze hiermit zurück♥♡♥

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  3. Hallo Meermond
    Glück gehabt, kann ich nur sagen. Jetzt muss man nur noch hoffen, das nichts nachkommt und sich Dein Rollerfahrer es noch überlegt und ´ne“ Rente „will. das wäre dann fatal. aber am schlimmsten fand ich immer das Gefühl der Verunsicherung dannach, das hat immer lang angehalten , bei mir, auch wenn ich gar nicht schuld war…Ich hoffe dir gehts nicht auch so…
    LG Wortgestoeber

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  4. Na zum Glück ist nichts Schlimmes passiert.
    Also ich habe ja während meiner..muß mal kurz den Führerschein checken..au weia 35 (kann doch nicht sein) jährigen Fahrerlaubnis zum Glück noch keinen Unfall erlebt.
    Da bin ich echt froh!

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  5. Wie gut, dass nicht so viel passiert ist. Davor habe ich auch immer Horror, dass ich durch Unaufmerksamkeit jemand anderem Schaden zufüge. Erst heute Morgen beim Abbiegen dachte ich, ich habe nicht mal nach hinten gesehen, ob da nicht doch jemand über die Straße gehen wollte. Nach dem Motto: Auto kennt den Weg, ich muss erst auf der Arbeit aufwachen. Danke fürs Aufwecken!

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