Manches Mal ein bisschen leise

Manche Tage sind leise. Die Welt scheint den Atem anzuhalten, damit man sich vom Trubel der allmächtigen Hektik erholen kann.

Der Tag will nicht kommen heute. Der Himmel ist dunkel und grau, der Wind bläst klar über das weite Land und man hört nur das Wehen des Windes. Keine Autos, keine Baumaschinen, kein Lärm, keine Menschen, kein Lachen und kein Kreischen. Alles ist irgendwie stiller. Langsamer als gewöhnlich. Alles ist langsamer. Auch ich.

Viele Dinge wollte ich heute an meinem „freien“ Tag erledigen.

Wäsche. Küche. Fußböden. Vorkochen. Arbeit. Wichtiges erledigen. Papierkram. Weihnachtsgeschenk. Emails bearbeiten. Hausaufgabe machen. Aufräumen. Wertstoffhof. Haare färben.

Alles locker machbar im Zeitraum zwischen 10:00 Uhr (da kam ich vom Kinderabgeben und Einkaufen zurück nach Hause) und 14:45 Uhr (da muss ich wieder losfahren, um die Kinder abzuholen).

Außer Arbeitsmails und Wichtiges erledigen, Hausaufgabe und Wohnzimmer aufräumen habe ich nichts geschafft.

Der Kopf ist immer noch grau, das Papier zwar durchwühlt, aber nicht abgeheftet, die Küche ist nur halb fertig und die Wäschekörbe stehen unangetastet herum. Zum Wertstoffhof mag ich heute auch nicht, denn der Wind draußen ist heftig und der Regen schauderhaft. Da geht nicht mal ein Hund vor die Tür und schon gar keine ergraute Rotfrau mit Plastikmüll!

Ein schlechtes Gewissen habe ich irgendwie schon, aber was soll ich tun? Es ist jetzt 12:47 Uhr und bevor ich den Rechner runterfahre, tippe ich mir geschwind meinen neuen Dienstplan. Neue Prioritäten setzen:

  1. Kaffee kochen
  2. Küche fertig machen, damit ich kochen kann
  3. Vorkochen für meine Männer, weil ich heute in die Abendschule muss
  4. Die Erdbeeren im Gewächshaus gießen und den meersalzigen Sturmwind schnuppern
  5. Müll ignorieren
  6. Mütze aufsetzen
  7. Lächeln

Und dann hol ich meine Menna wieder.

14 Gedanken zu “Manches Mal ein bisschen leise

  1. Manchmal schafft man einfach alles in kürzester Zeit. Betten überziehen, putzen, einkaufen, zwischendurch zur Physiotherapie wegen Rückenaua..,
    und manchmal geht gar nichts. Das ist halt so und ich glaube ein schlechtes Gewissen sollte man sich nicht machen. Gut, bei dir ist die Lage anders als bei mir. Wenn du einen Wäschekorb unbeachtet lässt, sind es morgen drei!
    Aber die Seele braucht auch mal an einem trüben, regnerischen oder stürmischen Tag einfach nur einen Kaffee und ein paar Dinge die erledigt wurden…Ist doch gut so !!!

    Gefällt 1 Person

  2. Das klingt doch wie ein sehr vernünftiger Plan! Ich bin so weit, dass ich mich weigere, ein schlechtes Gewissen zu haben wegen irgendwas. Aber ich habe natürlich keine Kinder mehr im Haus.

    Gefällt 1 Person

Bei Nutzung der Kommentarfunktion erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner angegebenen Daten durch diese Webseite bzw. Wordpress und Gravatar einverstanden. (Hinweise zur Verarbeitung deiner Angaben und Widerspruchsrechte: https://meermond.blog/impressum/)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.