Mein achtunddreißigstes Montagsherz

Heute brauch‘ ich ganz viele Herzen.

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Es gibt Tage, da möchte man sich am liebsten den ganzen Tag eine Decke über den Kopf ziehen. Heute ist so einer.

Ich bin zum zweiten Mal Großtante geworden und habe mir heute einen Badeanzug gekauft.

Rotfrau glaubt nämlich, sie sollte sich langsam den Gepflogenheiten ihrer Altersgenossinnen anpassen: Junge Frauen tragen Bikini, Mütter im Babybecken Badeanzüge.

Ich mag keine Badeanzüge.

Sie sehen nämlich immer irgendwie blöd aus und heben genau das in den Vordergrund, was manche Mutter (also ich) am liebsten nie wieder öffentlich herzeigen möchte: den Hintern.

Nun seien wir doch mal ehrlich, wer ein gewisses Alter erreicht hat und sich mehrerer Kinder erfreuen darf, dessen Hintern ist definitiv nicht mehr so knackigpräsentabel wie der einer kinderlosen 20jährigen. Und Badanzüge quetschen immer genau da ein, wo es besser eben nicht eingequetscht werden sollte: am Übergang zwischen Fett und Cellulite.

Mir ist schon klar, warum viele Mütter zum Badeanzug greifen. Aber ich erfreue mich unfassbarer Weise eines komplett streifenfreien Bauches, der lediglich über dem Nabel ein kleines bisschen runder ist als noch vor 20 Jahren. Mein Bauch wäre eigentlich das Schönste, was ich noch zu zeigen hätte! Meine Bikinis mit Röckchen wären eigentlich DAS Badeoutfit für Rotfrau.

Aber die Blicke der in Dänemark fast immer badebeanzugten Mütterfrauen sind auf Dauer schon unangenehm. Ich falle im Prinzip häufig aufgrund meiner Kleidung auf, aber derart selbstsicher, dass ich das Gegucke auch auf fast nackter Haut ertragen kann, bin ich dann doch nicht. Der  Gruppenzwang ist nicht zu unterschätzen und die Müttermafia schon gar nicht!

Und darum probierte die seit heute doppelte Großtante bereits seit Wochen immer wieder einen BADEANZUG. Schauderhaft. Alle hässlich! Alle doof! Ich hässlich! Ich doof!

Das ist so deprimierend. Ich sehe so definitiv alt aus damit. Und bescheuerte Schnitte sind das vielleicht! Warum sind die Beinausschnitte von Badeanzügen alle so tief angesetzt? So omatös? So cellufreundlich? Sieht schlichtweg bescheuert aus!

Da braucht es schon eine Menge an Herzen und Selbstliebe, um in den Spiegel gucken zu können! Das Einwickelpapier eines österlichen Überraschungsgeschenks für die Zwillinge ist herzig tröstlich. Das braucht Großtantchen heute.

Habe mir übrigens ein Badekleid gekauft. Und im Urlaub trage ich wieder Bikini mit Röckchen am Strand. Basta.

Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Woche ❤

 

Zur Aktion:

Viele weitere Montagsherzen kann man bei Frau Waldspecht entdecken, welche  die Idee hierzu hatte. Aufmerksam auf den herzigen Wochenbeginn wurde ich bei Frau Buchstabenmeer.

27 Gedanken zu “Mein achtunddreißigstes Montagsherz

  1. Ich trag Badeanzug. Aber eigentlich bade ich am liebsten nackt 😉
    Der Begriff „omatös“ hat mich schmunzeln lassen 😉
    Danke für deinen Beitrag und viele Späße am Omadasein ….
    Anette

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  2. Omatös…! Sehr nett !
    Wir fliegen am Samstag nach Fuerteventura und ich war erst einmal froh, daß mich da (hoffentlich) niemand kennt, wenn ich in Badekleidung auftauche.
    Aber jetzt ich werde mich im Badeanzug ganz relaxt an den Pool legen und lesen ohne den Bauch einzuziehen, nachdem ich in den letzten echt warmen Tagen bei ca.20 Grad in der Stadt beobachten konnte wie selbstverständlich manche Leute sich in Trägershirts, Kleidchen mit fragwürdiger Länge und .. echt jetzt..kurzen Hosen gepaart mit Flipflops werfen.
    Aber anscheinend fühlen sie sich wohl damit und das ist gut so. Ob unserem Blick das gefällt oder nicht.
    Leider sind viele von uns geprägt (mich nicht ausgenommen) von der Vorstellung, daß sich nur sehr schlanke schöne Menschen leichte und kurze Bekleidung leisten können. Aber was sollen denn dann die anderen 80% anziehen?

    Ich bin sehr froh, daß ich eine Oma 50+ bin und nicht mehr mithalten muß bei dem ganzen Schönheitswahn.

    Oops, jetzt bin ich wohl etwas abgekommen vom eigentlichen Thema

    Also Bikini !!!!

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  3. Das mit dem Badekleid wollte ich dir gerade vorschlagen. Ich gehe seit mindestens 20 Jahren weder mit Bikini noch mit Badeanzug an den Strand. Ich habe das immer gehasst und hasse es immer noch. Ich gehe nur mit den Beinen ins Wasser und raffe dazu den Strandrock hoch. Und wen das stört, der kann mich mal. In Dänemark ist das Wasser sowieso zu kalt zum Baden, es wird nie über 20 Grad Celsius warm … 😉 … aber natürlich habe ich auch nicht zwei kleine Kerlchen, die sicherlich lieben im Wasser rumzuplantschen.

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    • Echt jetzt? Und auch nie in einen Pool oder so? Ich hasse es auch, aber beeile mich ins Wasser zu kommen und draußen schnell wieder das Handtuch drumwickeln.
      Eigentlich sind wir ganz schön doof oder? Die, die sich nix dabei denken leben echt leichter in solchen Situationen.

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      • Ich weiss nicht, warum doof? Ich mag es ganz einfach nicht und schon gar nicht in Pools wegen des Chlors etc., besonders etc.

        Wenn schon, dann lieber in Süsswasserseen, aber Meer muss nicht sein. Das haben mir meine Aufenthalte als Kind in Büsum vergällt. Dort ist entweder Matsch oder matschiges Wasser … 😉 und grosse, doofe Kühe auf dem Deich. Und am Strand kommt einem immer über Sand rein … mecker, mecker …

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  4. Seid wann interessiert es dich, was andere denken. Ich ziehe weiter einen Bikini an, meine Fettwurürste am Bauch brauchen auch mal Ausgang. Badeanzüge sind einfach schauderhaft.

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