Wasch mich! Ein Drama in mehreren Waschgängen – Teil 1

Wie soll ich Ihnen am besten erläutern, was der Unterschied zwischen einem Urlaubstag einer Frau in einem Single-/Pärchenhaushalt und einer Mehrfachmutter ist?

Ich schildere kurz zwei Situationen und Sie dürfen am Ende richtig zuordnen.

Situation 1:

Urlaubstag. Sie strecken sich im Bett aus und erspüren die wohlige Wärme, die Ihren Körper umgibt. 9 Uhr. Aufstehen? Nein, lieber noch ein Buch lesen, dann einen Kaffee trinken und danach ein ausgiebiges Schaumbad genießen. Verwöhnprogramm mit Creme, Sälbchen und Tuben genießen. Noch ein Kaffee, dann ein gemütliches Telefonat mit der liebsten Freundin führen, zum Shoppen gehen. Immer wieder mal das eine oder andere Café aufsuchen und die Nase in die Sonne halten. Am Abend krönt ein fulminanter Restaurantbesuch den gelungenen Tag. Den Abend in einer Bar ausklingen lassen. Ende des Urlaubstags offen…

Situation 2:

Alle sind endlich aus dem Haus, nun aber schnell, ist schon nach 9 Uhr! Durch das Haus flitzen und sämtliche Einzelsocken aus allen Ecken des heimischen Weltalls hervorziehen, die ächzenden Wäschekörbe in den Keller schleppen, die zusammenzuckende Waschmaschine trösten und dem ewig drohenden Ungeheuer mutig die Zähne zeigen: MOUNT WASHMORE! Sich an den oben kalt gewordenen Kaffee erinnern, Trockner entleeren und zwei grotesk beladene Waschkörbe auf einmal die Treppen hochwuchten. Tasse in die Mikrowelle stellen, sich über den eigenartigen Milchglibber auf dem aufgewärmten Kaffee wundern und den Ekel unterdrücken. Heißgetränk runterstürzen und die bereits oben befindlichen drei Wäschekörbe vom Vortag hinter der Couch vorholen. Im Akkord fünf Körbe falten, dazwischen Nachladen im Keller. Den Kampf gegen das Verdrängen der Erinnerung an die zwei versteckten Umzugskisten mit Bügelwäsche verlieren und seufzend das Bügelbrett aus dem Keller holen, erneut Nachladen und Korb hochschleppen. Weiterfalten, Bügeln, Kaffee aufwärmen. Erschrecken, weil man fast die Abholzeit der Kinder verbügelt hat, ins Auto rasen, zurückrennen, Bügeleisen ausstecken und Kinder abholen fahren. Urlaubstag beendet um 15 Uhr.

Wäschebild

 

37 Gedanken zu “Wasch mich! Ein Drama in mehreren Waschgängen – Teil 1

  1. Pingback: Schmankerl aus der Websuchenküche | Meermond

  2. „Die Abholzeit verbügelt“, eine herrliche Formulierung. Ich habe auch schon oft fast die Abholzeit versortiert, vergeputzt und verspült. Ja, Du hast es sehr gut beschrieben und auch ich wünsche mir so oft so einen freien Tag einer Singlefrau …

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  3. Kenne ich, mein herzliches Beileid.

    Bin Mutter von Söhnen deren Lieblingskleidung aus Hemden besteht und habe außerdem noch einen Bürohengst als Mann und ein Töchterchen, dass anfängt zu entdecken was Fashon ist.

    Geht alles auch mal vorbei…. hoffentlich…

    Hihi, der Große geht demnächst, noch 6 Wochen – puh, zum Studium und das weit weg von Muttern.

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  4. Ja und nun stehst Du ganz allein da und sollst das alles machen, eigentlich nicht ganz fair, schließlich seid ihr 3 Erwachsene. Ich mag ja waschen und bügeln , weil man da schnell ohne lange Arbeit ein Ergebnis sieht.Kleid gebügelt, glatt, man hat was getan, Zeitaufwand 10 Min. also vertretbar.. Nur bei Dir mit der Großfamilie ist das natürlich ganz anders. Frag doch mal den Rest der Sippe, ob sie nicht auch mal die Waschmaschine bedienen möchten und wenigsten ihre eigenen Sachen aus dem Berg, wenn er denn gewaschen ist ,heraussuchen , falten , zusammen legen und wegräumen… Dann hättest Du nur noch Deine Sachen und die Zwillinge. Oder Du musst einfach mal streiken, wenn sie nun wirklich nicht doch ein bisschen was machen möchten, dann haben sie früher oder später nichts mehr zum anziehen , dann kommen sie sicher auf die Idee auch mal zu waschen.LG Wortgestoeber

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    • Da hast du bestimmt Recht, eine Waschmaschine und einen Trockner zu haben, verführt dazu, die einzelnen Flecken nicht rauszureiben…
      Thermoskanne hätte ich eigentlich, ich sollte sie öfter benutzen.
      Wünsche dir einen schönen Abend, liebe Bärbel!

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