Dänische Eigenheiten – das Zimtbad

Wer in Dänemark 25 Jahre alt wird und noch immer unverheiratet ist, der wird mit Zimt überschüttet und „kanelsvend“ [Zimtbursche] oder „kanelmø“ [Zimtjungfer] genannt.

Diese dänische Gepflogenheit ist eine Weiterentwicklung des Brauchs, zum 30. Geburtstag Pfeffer zu schenken und dementsprechend einen Pfefferburschen bzw. eine Pfefferjungfer zu küren. Diese Tradition ist weit älter als diejenige mit dem Zimt und reicht zurück bis in die Zeit der Hansebünde, wo eben der Pfefferbursche Gewürze und Bier auf den etablierten Märkten verkaufte.

In den vergangenen Jahrzehnten breitete sich aber ein neuer Brauch aus, der übrigens auf Sjælland anders verstanden wird als bei uns in Nordjütland:

Wie genau das Zimtbad erfunden wurde, konnte ich bislang nicht herausfinden, doch nimmt man bei https://www.kanelogpeber.dk/kanel-traditionen/ an, dass es schlichte Ungeduld, bis auf den 30. Geburtstag zu warten, gewesen ist.

Na denn, tillykke!

Das richtige Zimtbad, wie man es im unteren Video beobachten kann, wird allerdings nur in Nordjütland praktiziert. Na denn, tillykke!

Armer Preußenbayer 😀 …

NACHTRAG AM 31.1.2018: Gestern schnellte dieser Artikel auf 1500 views hoch und auch heute landeten bereits über 300 Googlesuchen auf diesem Beitrag.  Was ist der Auslöser für das rege Interesse am dänischen Zimtbad gewesen?  Ein Film? Ein Zeitungsbericht? Bitte hinterlassen Sie mir einen Kommentar. Vielen Dank für Ihr Interesse und herzliche Grüße aus Dänemark,

Meermond

30 Gedanken zu “Dänische Eigenheiten – das Zimtbad

  1. Von diesem Brauch habe ich noch nie gehört.

    Bei uns muss der unverheiratete 30 jährige Mann die Rathaustreppe (Kronkorken) fegen oder
    noch besser, er muss Klinken (lecker dekoriert) von mindestens 10 Türen putzen.
    Ist immer ein Mordsgaudi – für die Zuschauer! 😉

    Gruß LIlo

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  2. Pingback: Dänemark und sein Zimt | Meermond

  3. Pingback: Dänische Eigenheiten – das Zimtbad — unverheiratete werden bestraft! by Meermond – Heiraten in Dänemark

  4. Zimt bei 25? Nie was von gehört, mein dänischer Mann auch nicht. Daschn Ding!!!
    Das mit 30 Jahren ja, aber nicht, dass man mit Pfeffer überschüttet wird, sondern man bekommt eine Pfeffermühle, so gross wie möglich, z. B. aus Metalltonnen in den Garten gestellt und dann halten so genannte Freunde alle Passanten an und trinken auf den/die Betreffende/n. Also so kennen wir das, aber wir sind ja auch zivilisierte Københavner … hähähä Das werde ich mal googeln.

    Gefällt 2 Personen

    • Vielleicht ist das eine nordjütländische Eigenart. Der Preußenbayer hat mir davon erzählt, aber seine Freunde wissen eigentlich auch nicht mehr darüber. Man findet es nur saukomisch.
      Die Pfeffermühle ist vermutlich die bekanntere Tradition. 🙂

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