Meermond
Gedanken

Internet: ein Zeiträuber?

Jeden Morgen am Frühstückstisch begleiten mich Kaffee und Zeitung in den Tag. Einst blickten meine Tischgenossen anstatt in mein Antlitz lediglich auf Finger, die großformatige Raschelblätter einrahmten, jetzt ist es ein bläulich angeleuchtetes Gesicht, das sich auf eine kleine Glasplatte konzentriert. Das vertraute Rascheln und der typische Geruch von Druckerschwärze sind einer mechanischen Handbewegung gewichen: Ein Wisch und schon erscheint eine neue Seite auf dem Display.

Tageszeitungen im Smartphone sind praktisch

Aufgrund ziemlich schwach ausgeprägter Oberarmmuskulatur war es stets unerlässlich, die Zeitungsseiten jedes Mal neu zu falten. Eine aufgeschlagene Doppelseite konnte und kann ich nicht ausreichend lange vor mich hinhalten. Erstens vergesse ich ziemlich häufig, dass ich inzwischen in dem Alter angekommen bin, in dem die Arme zum Lesen zu kurz geworden sind. Noch kann ich meinem Wunsch nach brillenloser Schönheit nachkommen, aber entweder sollte ich mir Hanteln zulegen oder mich endlich mit meiner Lesebrille abfinden.
Zweitens sitzen noch andere Menschen mit mir am Tisch, die Platz brauchen. Ich habe eine Vorliebe für die berühmte Wochenzeitung, die in der Tat Zeit zum Lesen als auch Raum beansprucht. Letzteren hat man definitiv nicht, wenn quirlige Zwillinge vom eigenen Stuhl auf den Schoß springen, den Saft umwerfen, vom mütterlichen Brot abbeißen wollen und dann wieder zurück klettern.
So ein Smartphone ist eine also ziemlich tolle Sache für mich. Ich mache alle meine Fotos damit, beantworte erhaltene Kommentare, lese Emails und unterhalte mich mit meinen Lieben. Dieser winzige, schlaue Computer übernimmt auch Dinge für mich, die ich aufgrund angeborener Schusseligkeit einfach nicht kann: Passwörter einfüllen und an Termine erinnern.
Seit wir in Dänemark leben, habe ich leider nur noch selten ein bedrucktes Zeitungspapier in der Hand. Das liegt daran, dass die gedruckten, dänischen Exemplare in meinen Augen überteuert sind. Zeitungen kosten hier richtig Geld und wenn man dann nicht einmal alles lesen kann, ist das eine unsinnige Ausgabe. Man muss bedenken, dass mein Dänisch bis dato nicht das Niveau erreicht hat, um alles komplett zu erfassen. Ich verstehe zwar Vieles und kann meinen Alltag komplett in einer Fremdsprache bestreiten, aber bis zu einem zeitungsfähigen Muttersprachler ist noch ein weiter Weg. Wenn ich also dänische Nyheder lesen möchte, dann bevorzuge ich digitale Gratisangebote.
Am Frühstückstisch Zeitung zu lesen hat durchaus seinen Sinn, denn als bekennender Morgenmuffel mag ich mich weder ausgiebig unterhalten noch kann ich etwas anderes tun außer Kaffee zu trinken und zu lesen. Letzteres gelingt mir morgens im Übrigen ausschließlich in meiner Muttersprache. Wie praktisch, dass auf meinem Smartphone Knöpfchen mit vertrauten Logos bekannter, deutscher Zeitungen aufleuchten. Ich finde sie inzwischen schon im Halbschlaf und kann sofort auf die omnipräsenten Gesichter gucken: das orange mit der kunstvollen Föhntolle, das kugelrunde, wutfroschige mit der schwarzen Topfdeckelfrisur und all die weiteren grumpy old (wo)men – Gesichter, die mit ihren beschränkten Ansichten und fragwürdigen Taten eine ganze Welt erschüttern (wollen)! Sofort bin ich hellwach! 

Videos verdrängen das geschriebene Wort

Ich kann beim besten Willen nicht sagen, wann man damit angefangen hat, immer mehr Meldungen durch ein Video darzustellen. Anfangs habe ich mich verärgert brummend durch 30 Sekunden Werbung gequält – netterweise wird man immer darüber informiert, wie lange man noch ausharren muss, bis es endlich losgeht –  und dann ein Video gesehen, das dümmlicher nicht sein hätte können! Ist eigentlich schon mal irgendwem aufgefallen, dass der Text, der unter diesen Filmchen steht, wortwörtlich zu den ausgestrahlten Bildern abgelesen wird? Lesen kann ich bekanntlich selbst und auf die Videos, über deren Informationsgehalt und Qualität man als normal denkender Mensch manchmal nur schmunzeln kann, möchte ich dankend verzichten. Werbung in diesem Umfang kann und will ich meinen Morgenmuffelaugen nicht zumuten.
Ich bin mir darüber im Klaren, dass Werbung für den Erhalt und Betrieb einer Onlinezeitung unabdinglich ist, denn irgendwie müssen die Unkosten schließlich gedeckt werden. Server, Programmierer, Journalisten und all die vielen Leute, die daran arbeiten, kosten Geld. Es gäbe natürlich das blau-weiße Knöpfchen des werbefreien öffentlich-rechtlichen Anbieters, aber mir persönlich gefällt die App nicht.
Die Lösung ist demnach ein kostenpflichtiges Abo. Finde ich im Prinzip nicht schlecht und ist meiner Meinung nach auch absolut notwendig, da es nicht sein kann, dass wir alle alles nur umsonst aus dem Netz „ziehen“. Qualität muss einen Preis haben dürfen!
Mein Problem ist allerdings, dass ich sehr viele Zeitungsabos abschließen müsste, um der zunehmenden Werbung aus dem Weg zu gehen. Ich lese nämlich kreuz und quer. Hier ein Bericht, da eine Reportage und dort sind die Leserkommentare derart belustigend, dass ich beschwingt in den Tag hüpfen kann! Besser als jede mir bekannte Witzseite! Was also sollte ich abonnieren? Was eher nicht? Noch habe ich keinen Entschluss gefasst, aber ich denke, dass ich das demnächst tun werde.
Denn heute Morgen war die erste Meldung, die mir ins Auge stach, die Mitteilung, man würde nun auch Snapchat anbieten. Alles ginge nun noch schneller, wäre nur wenige Sekunden lang und … Ja, wohin geht der Trend im Netz eigentlich?

Der Trend im Netz: schneller, kompakter, oberflächlicher

Seit Langem bemerke ich einen Qualitätsverlust des geschrieben Wortes im Internet. Gerade bei Onlinezeitungen. Das liegt vermutlich daran, dass man immer zügiger möglichst viele Informationen anbieten will. Und muss?
Kann der Mensch 2017 sich eigentlich noch auf lange Texte konzentrieren? Träumt selbiger so wie ich noch von ellenlangen (in der Tat) Ausführungen auf gedrucktem Papier? Ich behaupte, dass die Fähigkeit zur Konzentration und des Herausfilterns von relevanten Inhalten aus dem geschrieben Wort zunehmend verloren geht.
Eine verheerende Entwicklung, wie ich finde!
Information muss knackig, kurz und bildgewaltig verpackt sein, selbst wenn sie noch so banal ist. Die Zeit ist knapp und die Aufmerksamkeitsspanne noch geringer.
Wir Menschen haben keine Zeit mehr.

Uhr

Quelle: pixabay


Warum sitze ich hier seit über einer Stunde und tippe diese Worte in meinen Computer? Meermond ist doch ein Blog, der sich hauptsächlich um Dänemark dreht und das passt doch gar nicht hier her!
Doch, das tut es.
Bereits mehrmals habe ich erzählt, dass die Uhren in Dänemark langsamer zu ticken scheinen. Das Leben kommt mir nicht so schnell vor wie in Bayern. Das soll jetzt nicht bedeuten, hier oben sei alles Glanz und Gloria. Mitnichten! Ich wollte ursprünglich an einem Beitrag weiterschreiben, der auf die Dinge eingeht, die ich als negativ einordne. Ein Aspekt davon wird auch die zunehmende Geschwindigkeit im Alltag sein.
Kommen die grauen Männer tatsächlich? 
Lustigerweise wurde ich beim Morgenkaffee von einer Mitbloggerin an Michael Endes „Momo“ erinnert. Die grauen Männer von einer sogenannten Zeitsparkasse stehlen den Menschen wertvolle Lebenszeit. Ihr Alltag wird immer schneller und immer oberflächlicher, bis Momo dem Treiben durch aufmerksames Zuhören und bewusster Langsamkeit ein Ende setzt.
Es werden tatsächlich immer mehr, die nach Achtsamkeit und bewusster Entschleunigung rufen, denn die Zahl derer, die an unserem hohen Lebenstempo verzweifeln, nimmt zu. Auch im scheinbar hyggeligen Dänemark erkranken die Menschen zusehend an Depression!

Das Internet ist und bleibt eine der größten Errungenschaften der Menschheit. 

Wir haben die Möglichkeit auf umfassendes Wissen zuzugreifen und zu weltweitem Austausch. Doch ist damit meiner Meinung nach eine noch größere Aufgabe verbunden: Die Kontrolle nicht zu verlieren!
Kontrolle ist nur mittels gezielt eingesetztem Verstand möglich, doch das Ganze beginnt allmählich absurd zu werden. Der Verstand wird allerdings zusehends unnötiger (gemacht). Schneller, kürzer – dümmer?
Menschen verlernen so ihr wertvollstes Kulturgut: sinnerfassendes Lesen.
Und wofür? Für Werbefilmchen und kurzgefasste Informationshäppchen? Wer sich die Zeit genommen hat, den ganzen Text zu lesen, der hat bestimmt noch ein paar Minuten übrig für eigene Anmerkungen. Vielen Dank.

86 Kommentare

  • Antworten
    puenktchenundwortgestoeber
    27. April 2017 at 16:11

    Liebe Meermond,
    Internet ein Zeiträuber? Ja ich denke schon, es ist ein Zeiträuber, aufgewachsen in einer ganz anderen Zeit verbracht ich die meiste Zeit meines Lebens mit dem gedruckten Wort, dem auf Papier gedruckten Wort.
    Aber Internet ist auch noch mehr, wie wir jetzt erfahren mussten, macht es die Menschen krank.
    Nein eigentlich nicht das Internet an sich, sondern diejenigen, die verantwortungslos damit umgehen und nicht bedenken das am anderem Bildschirm kein Computer , kein Roboter sitzt, sondern ein Mensch mit Gefühlen und Wünschen.
    Internet ein Zeiträuber? Ganz sicher.
    In diesem Sinne
    Ihr
    Pünktchen

    • Antworten
      Meermond
      27. April 2017 at 18:55

      Es ist so traurig, was da bei euch passiert ist. 🙁 Ich hoffe sehr, dass Wortgestoeber bald wieder gesund ist 😘😘😘
      Alles Liebe 💕

      • Antworten
        puenktchenundwortgestoeber
        28. April 2017 at 11:49

        Vielen Dank, Liebe Meermond. wir geben nicht auf und machen uns Hoffnung das doch etwas wieder gut wird.
        Obwohl es immer wieder ganz schlechte Tage gibt.
        Liebe Grüße
        Pünktchen

  • Antworten
    Birte
    27. April 2017 at 6:09

    Liebe Meermond… ich stimme Dir völlig zu! Danke für den schönen Artikel.
    Mir ist ähnliches eigentlich auch beim Schreiben aufgefallen. Wann schreiben wir schon mal was mit der Hand? Ich komme mir manchmal richtig ungelenk vor wenn ich es mal tue, denn sonst tippe und wische ich nur noch! … Einen schönen Tag Dir! LG Birte

    • Antworten
      Meermond
      27. April 2017 at 14:40

      Liebe Birte, ich danke dir für die Anregung, die du mir mit deinem Kommentar gegeben hast: ich werde mal wieder einen Brief mit der Hand schreiben 😉
      Herzliche Grüße !

  • Antworten
    chris
    27. April 2017 at 5:48

    Die beste Methode sinnhaftes Lesen nicht zu verlernen: ab und zu ein gutes Buch lesen! Oder eben doch wieder Papier Zeitungen – da sind die Texte noch ausführlicher. Aber es hat natürlich auch mit einer neuen Generation Journalisten zu tun, die oft nicht mehr an die alte Schule heranreichen, Ich befürchte da nichts Gutes für die nächsten Jahre… 🙄 Die unzähligen Dienste mit Kurznachrichten können mir auf jeden Fall gestohlen bleiben !

    • Antworten
      Meermond
      27. April 2017 at 14:43

      Bücher lesen hilft tatsächlich, da bin ich einer Meinung mit dir. Aber ist es nicht so, dass es moderner geworden zu sein scheint, schnell und hopphopp unterhalten zu werden? Sogar Informationsbeschaffung darf unter keinen Umständen mehr Mühe machen? Ich halte das für bedenklich…und sehr traurig.
      Herzliche Grüße

      • Antworten
        chris
        27. April 2017 at 21:15

        Sehe ich genauso – aber man muss sich dem ja auch nicht unbedingt aussetzen… 😉

  • Antworten
    finbarsgift
    25. April 2017 at 22:07

    Klasse, sehr lesenswerter Meta-Post über unser aller geliebtes Internet …
    ein guter Qualität-Quantität-Mix sollte es sein…
    jede/r für sich kann das hinbekommen, denke ich 🐧
    Liebe Grüße zur Nacht vom Lu

    • Antworten
      Meermond
      27. April 2017 at 14:44

      Vielen Dank für dein Kompliment! Ich hoffe, dass es jeder hinbekommen kann 😉
      Liebe Grüße

      • Antworten
        finbarsgift
        27. April 2017 at 23:10

        Es ist spannend, die richtige Balance von RL und VL zu finden und zu halten ♾

  • Antworten
    Home is where the boys are
    25. April 2017 at 20:52

    Ich bin auch dankbar für das Internet, aber man verliert sich oft in dessen Weiten… und manchmal entdeckt man dabei interessante Dinge. Ich muss zugeben, dass ich auch oft abgelenkt werde, wenn ich eigentlich etwas schreiben möchte. Das Recherchieren wird zum Runduminformieren.
    Deinen Text habe ich gelesen. Und das war keine Zeitverschwendung.
    Liebe Grüße
    Katja

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 20:58

      Und das waren richtig freundliche Worte! Vielen Dank dafür!
      Herzliche Grüße 💕

  • Antworten
    alltagschrott.ch
    25. April 2017 at 19:59

    So vieles ist angenehm geworden durch die sofortige, vielschichtige Informationsmöglichkeiten: von Reisen zu Geschichtsfragen; zu Rezepten; zu mathematischen Formeln. Sich einmal bewusst gegen die allumwerbende Informationen zu stemmen ist die Kunst, die auch ich nicht immer beherrsche 😊
    Interessante Gedanken von Dir, und JA habe den ganzen Text gelesen. Deine Stunde „Tippen“ hat sich gelohnt. Danke Dir.
    Herzlich. Priska

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 20:26

      Internet ist fabelhaft! Man bekommt da auch so nette Rückmeldung 🙂
      Umso bedauerlicher, dass Tempo und Oberflächlichkeit zunehmen.
      Liebe Grüße 💕

  • Antworten
    etoilefilante22
    25. April 2017 at 19:31

    Das internet ist für mich eine hochwillkommene zeitverschwendung! Ohne fernseher und fernab vieler kultureller veranstaltungen, würde sonst vieles an mir vorbei schlappen.
    Meine bevorzugte tageszeitung habe ich abonniert. Es ist ein schweizer exemplar, das mich begleitet, seit ich des lesens mächtig wurde. 🙂 Bei den anderen zeitungen lese ich, was sie mir kostenlos offerieren. Und ich muss sagen, dass die franzosen in der hinsicht richtig ekelhaft geizig sind 🙁
    bisous!

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 20:33

      …nicht zu vergessen bekommt man die Möglichkeit, mit Schweiz, Österreich, Frankreich, Dänemark, Deutschland und einer Alm auf einmal zu plaudern! 💕

  • Antworten
    Flowermaid
    25. April 2017 at 17:56

    … also Mathe, Physik und Chemie Tutorials haben meiner Tochter den Allerwertesten gerettet… ich brauche nur Musikvideos auch wenn ich mir die Buchstabenwelt mache wie sie mir gefällt… 😉

  • Antworten
    Sternchen
    25. April 2017 at 17:50

    Ich empfinde das Netz als einen grossen Gewinn. Videos ignoriere ich, ausser es ist Musik. LG

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 20:20

      Ich möchte das Internet nicht mehr missen müssen! Es ist einfach nur genial.
      Doch fällt mir eine zunehmende Oberflächlichlichkeit, Inhaltsleere und rasantes Tempo auf. Bedenklich….
      Liebe Grüße

      • Antworten
        Sternchen
        25. April 2017 at 20:24

        es ist aber wie ueber TV schimpfen, es ist nicht das Medium sondern der Umgang damit😯

        • Antworten
          Meermond
          25. April 2017 at 20:29

          Der Umgang wird zusehend erschwert, findest du nicht?

          • Sternchen
            26. April 2017 at 1:02

            Ehrlich gesagt nicht, man muss sich einen Weg durch den Dschungel suchen. Die Videos sind click bait;-) und ich lese ab und zu aus Nostalgiegründen Zeitungen und Zeitschriften. Ich sehe nur auch das Problem der fake news. Die Uebersicht zu behalten, ist schwierig.

          • Meermond
            26. April 2017 at 11:41

            Es bleibt also spannend…. 😉

          • Sternchen
            26. April 2017 at 14:23

            yep:-)

  • Antworten
    Random Randomsen
    25. April 2017 at 17:39

    Letztlich sind es ja die Benutzer, die mit ihrem Klickverhalten über Inhalte und Form der angebotenen Information entscheiden. Würden die „Fast-Food-Infos“ nicht massenhaft angeklickt – sie verschwänden praktisch über Nacht. Also denke ich, dass es doppelt wichtig ist, sehr gezielt auszuwählen, wie man seine Online-Zeit verbringt. Zunächst ganz im eigenen Interesse, damit wir nicht massenhaft Zeit mit Belanglosigkeiten verplempern. Im weiteren Sinn aber auch deshalb, weil wir mit unserer Wahl das Angebot mitbestimmen.
    Bei den kostenpflichtigen Abos wird, denke ich, das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Qualität darf einen Preis haben. Nur steckt hinter dem Preis nicht immer auch Qualität. Generell finde ich, dass die heutigen Online-Abos ein Anachronismus sind. Diese „alles oder nichts“ Abos sind ein Relikt aus der Papierzeitungszeit. Da müsste man das Angebot unbedingt maßschneidern können. Also nur ausgewählte Bereiche, aber eben vielleicht von mehreren Zeitungen. Das wäre dann zeitlich und finanziell verkraftbar.

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 20:18

      Ich stimme dir zu, die bewusste Auswahl muss im Zentrum stehen. Mir fällt eben nur auf, dass der Trend zum Oberflächlichem, zum Voreiligen und Inhaltslosen geht – und dass es zu funktionieren scheint!
      Tja, die Abofrage habe ich bis dato auch nicht geklärt.
      Herzliche Grüße, Meermond

  • Antworten
    Stella, oh, Stella
    25. April 2017 at 17:04

    Videos schaue ich nur an, wenn irgendetwas Bastelmässiges gezeigt wird. Reine Informationstexte möchte ich gerne kurz und bündig in geschriebenen Sätzen selber lesen, in meinem eigenen Tempo, ohne visuelle Einwirkung von irgendeiner überbegeisterten Person.
    Meine Kurzgeschichten werden auch gelesen, habe ich festgestellt. Ich brauche sie offensichtlich nicht visuell auf YouTube darstellen. Das wäre auch schwierig, wenn ich an die mit dem Handschuh denke … 😉

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 20:16

      Ich freue mich für dich mit. Gelesen zu werden, gerne auch im eigenen Tempo ;-), ist der Wunsch eines jeden Bloggers. LG

  • Antworten
    Mallybeau Mauswohn
    25. April 2017 at 16:59

    Lieber Meermond!
    Wunderbar auf den Punkt gebracht!
    Momo liebe ich auch sehr. Und immer wieder läuft mir ein Schauer über den Rücken, wenn ich an die grauen Herren denke. Umso wichtiger ist es, dass wir uns Zeit nehmen und unser Leben und die Bloghütten bunt gestalten, damit wir nicht erstarren und uns von uns selbst entfernen 🙂
    Herzliche Grüße von der entschleunigten Alm
    Mallybeau

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 20:09

      Danke, liebe Frau Mauswohn!
      Lassen wir uns Zeit und gönnen wir uns eine Portion Niveau. LG

      • Antworten
        Mallybeau Mauswohn
        25. April 2017 at 20:24

        Wunderbar! Niveau portioniertert in schönen selbstgebastelten dänischen Papiertüten erhältlich wäre auch eine tolle Idee. 🙂

        • Antworten
          Meermond
          25. April 2017 at 20:29

          Und schon habe ich eine Bastelidee für das nächste Regenwochenende!
          💕

          • Mallybeau Mauswohn
            25. April 2017 at 20:41

            Anja, die Tüten werden bestimmt klasse. Klippern, nicht wahr? Wundertüten basteln macht auch Spaß … 🙂

          • Meermond
            25. April 2017 at 20:43

            Ich höre den kleinen Wikinger schon rufen: „Klippi klippi, Mama!“
            Es klippern die Kinder am laufenden Band 🎶

          • Mallybeau Mauswohn
            25. April 2017 at 20:46

            Klipp klapp, klipp klapp … 🙂

          • Mallybeau Mauswohn
            25. April 2017 at 20:50

            „Anja“, na toll, dieses bescheuerte Rechtschreibprogramm. Sollte natürlich: „Auja“ heißen 🙂

          • Meermond
            25. April 2017 at 20:58

            Ich habe mir das schon gedacht 😉

          • Mallybeau Mauswohn
            25. April 2017 at 20:59

            Das habe ich mir gedacht, dass Sie sich das gedacht haben, aber ich wollte es doch nochmal erwähnen, zu blöd diese Auja-Anja! 🙂

          • Meermond
            25. April 2017 at 21:09

            Trotzdem: grüßen Sie sie bitte herzlich von mir, diese Anja 😂

          • Mallybeau Mauswohn
            25. April 2017 at 21:14

            Die treibt sich immer irgendwo zwischen den Zeilen im Internet rum. Ich wünschte, ich könnte sie fassen, dann würde ich ihr endlich dieses vermaledeite „n“ verbieten und durch ein „u“ ersetzen lassen 🙂

  • Antworten
    Mein Name sei MAMA
    25. April 2017 at 16:02

    Alles muss kurz und knapp und übersichtlich sein, aber bitte mit allen Details!
    Ja, und die Konzentrationsfähigkeit leidet merklich. Zumindest meine. Obwohl, es könnte natürlich auch das Alter und das mittlerweile allseits erforderliche Multitasking sein, aber ich schiebe es lieber aufs Internet und behaupte, es hielte mich wenigstens jung, da immer up-to-date 😉

    • Antworten
      Flowermaid
      25. April 2017 at 17:53

      … wenn man den Kontakt zum Zeitgeist verliert ist es auch keine Lösung… bei sich bleiben und den Kopf eingeschaltet lassen… 😉

      • Antworten
        Mein Name sei MAMA
        25. April 2017 at 19:19

        Genau!:Wenn ich nur wüsste, wo mir der Kopf steht 😉

      • Antworten
        Meermond
        25. April 2017 at 20:21

        Klug gesprochen, aber ist es wirklich so einfach, stets auf eingeschaltete Köpfe zu hoffen?

        • Antworten
          Flowermaid
          25. April 2017 at 20:23

          … nichts ist einfach wenn mann auf einer Autobahn unterwegs ist…

          • Meermond
            25. April 2017 at 20:27

            Recht hast. Wir bräuchten vielleicht mehr Fahrstunden? 😉

          • Flowermaid
            25. April 2017 at 20:30

            😉

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 20:07

      Unsere heutige Welt muss immer mehr Info in immer weniger Zeit aufnehmen. Ich bin offenbar auch nicht mehr in dem Alter, da mitzukommen. Aber ehrlich gesagt, sollten wir Niveau dem Tempo vorziehen…
      LG

  • Antworten
    Ruhrköpfe
    25. April 2017 at 16:01

    Liebe Meermond, ich habe deinen Beitrag ebenfalls ganz gelesen 🙂 Um Videos, Podcasts u.ä. mache ich einen ganz großen Bogen, denn ich mag einfach nicht mit unnützem Kram zugeschwallert werden. Beim Querlesen kann ich viel schneller erfassen, ob mich ein Text marginal oder komplett interessiert. Beim Video habe ich diese Möglichkeit des Filterns wenig bis gar nicht und es gibt viel zu wenige, die es schaffen, mich mit gut aufbereitetem Content zu packen. Oft denke ich, der Mensch vor der Kamera macht sich kaum die Mühe, sich für seine Zuschauer zu interessieren, welche Info Mehrwert hat etc. Liebe Grüße, Annette

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 20:05

      Liebe Annette,
      ich bin einer Meinung mit dir. Und die mangelnde Mühe missfällt mir ebenfalls, taucht sie immer mehr auf….
      LG

      • Antworten
        Ruhrköpfe
        26. April 2017 at 8:43

        Liebe Meermond, dann verschwindet dieses Phänomen sicher bald genauso sochnell, wie es aufgetaucht ist 😉 Liebe Grüße, Annette

  • Antworten
    Zoé
    25. April 2017 at 14:31

    Ich gebe meine Zeit mit vollen Händen aus. Im Zeit sparen bin ich nicht sehr gut. Dafür müsste man ja planen. Klar bin ich auch viel im Internet (es würde mir sehr fehlen, wenn es abgeschaltet würde), Smartphone habe ich aber immer noch nicht und mein Tablet benötigt w-lan, also nutze ich es eigentlich nur Zuhause oder offline. Immer mehr Zeitungen, Zeitschriften und sogar Comics lassen sich auch virtuell abonnieren. Das finde ich richtig toll und lässt mich neuerdings mehr lesen.Das was mich eher schlaucht ist, zu viele Dinge gleichzeitig zu tun: Ich sitze auf der Arbeit, bediene Telefon und echte Kunden, rede mit dem Kollegen, lese nebenher Blogs und schreibe diesen Kommentar. Ich glaube solche „Handlungsketten“ tun nicht gut, aber das Kundenaufkommen ist gerade spärlich und Däumchendrehen auch nicht besser.

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 20:03

      Ich möchte auch nicht mehr ohne Internet sein müssen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand. Mir fiel nur die allgemeine Zunahme von Tempo auf Kosten eines gewissen Niveaus auf. Ich wünsche dir einen schönen Abend!

  • Antworten
    Myriade
    25. April 2017 at 14:08

    Der zunehmende Mangel an Konzentrationsfähigkeit ist wie eine Epidemie nicht nur unter den Jugendlichen

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 20:00

      Stimmt. Etwas beunruhigend, findest du nicht auch?

      • Antworten
        Myriade
        25. April 2017 at 20:08

        Oh ja, ziemlich. Ich habe ja täglich damit zu tun und finde es erschütternd, wie Jugendliche zB an schriftliche Prüfungen herangehen. Ganz viele können sich nicht ausreichend lange konzentrieren um die Prüfungsangaben ausreichend genau zu lesen ….

        • Antworten
          Meermond
          25. April 2017 at 20:27

          Kannst du die Aufgaben, die vor 10 Jahren konzipiert hast, heute noch so aufgeben?
          😉

          • Myriade
            25. April 2017 at 20:30

            Nein, eben nicht. Die Anweisungen müssen extrem kurz sein, ich erkläre dann alles ohnehin noch einmal und dann kommen gut ein Viertel der SchülerInnen während der Prüfung noch nachfragen. Es ist manchmal wirklich zum Haareraufen …

          • Meermond
            25. April 2017 at 20:34

            Psssst… Falsche Wörter durchstreichen ohne Beispiel in der Aufgabenstellung darf man auch nicht mehr verlangen 😉

          • Myriade
            25. April 2017 at 21:00

            Hehe, das geht von der falschen Annahme aus, dass das Beispiel in der Aufgabenstellung gelesen wird

          • Meermond
            25. April 2017 at 21:08

            Seufz….

  • Antworten
    FiktiveWelten
    25. April 2017 at 13:54

    Internet, Smartphone und Co. sind gar ganz üble Zeiträuber. Man kommt vom Hündchen aufs Stöckchen, klickt hier, folgt dort einem Link …
    Deswegen bin ich ganz froh, dass ich noch zu jenen, fast schon möchte ich sagen seltenen, Menschen gehöre, die PC / Tablet auch mal beiseite legen und das Smarty ignorieren können, möge es auch noch so oft vibrieren.
    Meine „unvernetzte Privatwelt“, in der ich über den Metallrand hinaus blicke, Zeit für Details und vor allem Gelegenheit für ein echtes Leben habe, ist mir heilig. Obwohl ich fast täglich einen Blogbeitrag veröffentliche, lasse ich mir die Pausen nicht nehmen. Gott sei Dank gibts Vorausterminierung bei WP *hust.
    Genauso möchte ich Zeitungen und Bücher aus Papier genießen, solange ich noch keine Armverlängerungen oder Vorlesevorrichtungen benötige. ;o)
    Digital ist ab und an ok, wird aber hoffentlich noch lange nicht die Regel …
    Ooops, jetzt habe ich dem ein oder anderen wohl ein paar wertvolle Sekunden geraubt. *schmunzel
    Liebe Grüße
    Patricia

    • Antworten
      Anna-Lena
      25. April 2017 at 18:32

      Die Sekunden haben sich gelohnt. Meine Morgenzeitung ist auch mir heilig und mein Buch mit echtem Papier am Abend.
      Ansonsten kann ich auch ganz gut mal ohne Netzwerke jeglicher Art und schalte auch gern mal ab.
      Lieben Gruß
      Anna-Lena

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 19:59

      Ich schätze das Internet sehr und möchte es nicht mehr missen. Ich bedauere allerdings ein spürbar sinkendes Niveau in mehreren Bereichen.
      Und auch ich lege gerne mal das Smartphone weg 😉
      Späte Grüße und danke für die Sekunden 💕

      • Antworten
        FiktiveWelten
        26. April 2017 at 9:49

        Niveauschwund, Respektmangel und dergleichen mehr, bemerke ich sowohl on- als auch offline. Die Entwicklung der Menschheit lässt mich so manches Mal die Stirn runzeln …

  • Antworten
    moserschreibt
    25. April 2017 at 13:11

    Ganz gelesen – und ich gebe dir vollinhaltlich recht! Zu Beginn meines Blogs hatte ich die Befürchtung, dass sich die Menschen keine Zeit für meine Moser Geschichten nehmen. Das war Gott sei Dank ein Irrtum… 😉

    • Antworten
      Meermond
      25. April 2017 at 13:17

      Vielen Dank für’s Lesen und Zustimmen. Das freut mich sehr!
      Herzliche Grüße in die gern gelesene Fischfabrik

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