Reiseplanung: Dänemark im Winter?

Es gibt einige Gründe dafür, die Menschen im Winter dazu veranlassen, eine Reise zu machen. Das kann die Sehnsucht nach Sonne und Wärme sein, das kann ein günstigerer Reisepreis sein, es kann die Lust nach „Raus aus dem tristen Duster“ sein oder einfach nur die Lust an der Abwechslung.

Und genau letzteres könnte doch den einen oder anderen dazu reizen, einmal über einen Winterurlaub in Dänemark nachzudenken.

„Im Winter? Warum?“, mag mancher da verwundert zu fragen.

 

Nun, ich weiß nicht, ob ich die im Netz so beliebten 10 Gründe für anbieten kann, aber ich sehe mal, wieviele Gründe ich finden kann.

(1) Das Licht 

Jawohl, ich habe es bestimmt schon hundert mal geschrieben und ich tu‘ es wieder. Der Norden und sein einzigartiges Licht sind etwas Besonderes. Das kann man nur schwer in Worte fassen, man muss es sich einfach selbst ansehen:

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(2) Die Stille 

Sicherlich, es gibt in Deutschland viele zauberhafte Plätzchen, wo man vor Glück fast verrückt werden mag und sich über Natur und Stille freuen kann. Dennoch behaupte ich, dass es größere und weit mehr derartige Gegenden in Dänemark gibt. Wer also einem winterlichen Gewusel in der Vorweihnachtszeit und dem gestressten Umtauschgewusel der Nachweihnachtszeit entfliehen möchte, der ist hier im Norden goldrichtig. Nur wenige Touristen plappern fröhlich durch die putzigen Fischerdörfchen  und gestresst ist hier eher niemand. Das beliebte Blokhus und noch beliebtere Løkken sind im Winter leer:

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Viele Lokale sind allerdings geschlossen.

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Stille, Leere und Weite. Für mich unverzichtbar für Glück und Lebensgefühl.

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(3) Sonnenuntergänge

Ich habe das Gefühl, dass die Sonne die Menschen in Dänemark im Winter durch ganz besondere Untergangsdramatik verwöhnt. Wenn sie denn schon nur so kurz zu sehen ist, dann verabschiedet sie sich mit Getöse in die Nacht. Bereits jetzt bekommen wir wieder einen Vorgeschmack auf das, was uns im Winter im Wohnzimmer erwartet.

Hier der gestrige Sonnenuntergang:

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Wie schön, dass der gsM dies für mich fotografierte, denn meine Handykamera ist wirklich doof. Ich hätte in meiner Cloud unfassbar viele, knallrote Winterhimmel, die (trotz ggf. minderer Aufnahmequalität) eindrucksvoll veranschaulichen können, wie hier auffallend viele Tage enden. Hier nur eine kleine Auswahl:

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(4) Die unberührte Natur

Hier gibt es viele, unbewirtschaftete Flächen. Und man muss gar nicht weit fahren, um ins weite Nichts zu kommen! Man kann sehr weit ins Land gucken und sich über viele vertrocknete, teilweise bizarre Fruchtstände freuen. Mir gefällt das besonders gut!

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(5) Das Meer

Ja, es hat schon was, sich im Sommer in die Wellen zu stürzen, deren Kraft am eigenen Leib zu erleben und das Salzwasser zu schmecken! Natürlich ist es einfach großartig, im Sand zu liegen, die Nase in die Sonne zu halten und ein Eis zu schlecken. Aber ich bin auch gerne im Winter am Meer. Dem Meer (weitere Lesetipps: hier und hier) ist es egal, ob es kalt oder warm ist. Es hat aber irgendwie mehr Magie und man fühlt sich noch kleiner, als man das im Sommer tut. Und mal ehrlich, in den Dünen kann man auch in der kalten Jahreszeit wandern. Wir finden das zeitlos toll!

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(6) Der Wind

Als wir Ostern 2015 auf Heimatbesuch in Bayern waren, fegte dort ein Orkan durch’s Land. Wir bemerkten das gar nicht, sondern fuhren winderprobt und sicher auf den Straßen. Winterwind in Nordjütland hat eine andere Gewalt, die man durchaus mal erleben sollte.  Hier kann man nachlesen, wie ich das meine.

(7) Gesundheitsvorsorge

Bevor wir nach Dänemark gezogen sind, war mein wundervoller, großer, schwarzer Mann jeden Winter krank. Richtig krank, sodass er sich mit Antibiotika durch die Kälte  hangeln musste. Kaum wohnen wir hier, ist das deutlich besser geworden. Die Meeresluft und die Tatsache, dass man im Winter hier tatsächlich nicht viel anderes machen kann, außer sich einzumummeln und draußen herum zu spazieren, tut dem modernen Stubenhocker gut. Raus ins Freie! Bewegung an der Luft!

(8) Echte Hygge erleben

Im Winter kann man sehen, was dänische Hygge wirklich bedeutet: Rückzug ins Private, sich mit Familie und Freunden treffen und Zeit miteinander verbringen. Alle Fenster leuchten, die Straßen sind leer gefegt und touristische Attraktionen, wie zum Beispiel Ferienparks, sind geschlossen. Es bleibt nur der Aufenthalt in der Natur und danach ab ins Warme.

(9) Risengrød und risalamande

Gestern haben wir unsere erste, weiße Riesenwurst aufgeschnitten.

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In Dänemark ist es Tradition, in der Weihnachtszeit risalamande zu essen. Das ist nichts anderes als ein sahniger Milchreis, in dem Mandelsplitter drin sind. Ganzjährig kann man einen gewöhnlichen Reisbrei, risengrød genannt, kaufen. Obwohl es noch keine risalamande gibt, hatten wir gestern irgendwie Lust darauf und weil es schon ziemlich spät war, haben wir eben eine weiße Wurst gekauft und sie mit Sahne und Mandeln verfeinert.

 (10) Weihnachten

Jul. Herzen. Brunekager. Gløgg. Kerzen. Lustige Rezepte.

Überall hängen selbst gebastelte Herzen, die Städte sind beherzt und in den Gesichtern der Menschen ist wie überall in den Ländern, die Weihnachten feiern, ein Glänzen. Nur, dass in Dänemark noch kleine, rot bemützte julenisse herumlaufen. Denn an die niedlichen Weihnachtswichtel glaubt man hier nämlich auch.

 

Wie ich gerade so bemerke, habe ich doch 10 Gründe gefunden. Ich könnte die Liste noch erweitern, aber dann braucht ja keiner mehr über einen Winterurlaub in Dänemark nachzudenken, weil ja alles bereits bei mir gezeigt wurde!

Nur eines noch, wem es hier im Winter zu langweilig ist, der sollte trotzdem kommen! Umso glücklicher ist derjenige dann, wenn er oder sie wieder die heimatliche Haustür aufsperren kann.

50 Gedanken zu “Reiseplanung: Dänemark im Winter?

  1. Pingback: NORDNERDS Thema WINTER | Tarjas Blog - Alles über Finnland

  2. Danke für die wunderschönen Eindrücke aus meinem „Yndlingsland“ 🇩🇰♥️! Dänemark ist einfach rund ums Jahr schön. In diesem Sommer sind wir mal wieder entlang den norddeutschen Küsten unterwegs gewesen, aber wir sind jedes Mal happy, wenn wir nach Dänemark zurückkommen und froh, dass unser Heimathafen in Dänemark liegt. ⛵️

    Liebe Grüße, Martina

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  3. Liebe Meermond,
    ich war schon zwei mal in Dänemark an der Küste, einmal über Ostern und einmal im November. Ich mag die langen Strände und die Einsamkeit, ich mag aber auch Kopenhagen.
    Wir sind im ständigen Überlegungsmodus, ob wir demnächst nach Marylist fahren sollten, jedoch sind die Preise im Verhältnis zu allen unseren anderen Überlegungen so hoch, dass wir es immer wieder verschieben.
    Danke für deinen atmosphärischen Bericht,
    ein schönes Wochenende von Susanne

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  4. Wir lieben unsere Urlaube in den Monaten Nov. bis Feb. in Søndervig, nicht das wir den gesamten Zeitraum da sind. 😂😂😂
    Aber an der stürmischen Nordsee spazieren gehen und dann in die Sauna, gefolgt von einem lodernden Kaminfeuer und ein/zwei Gläser Wein. Genial.
    lieben Gruß
    Ewald 😊

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  5. Nun möcht ich auch so einen Sonnenuntergang und vor dieses besondere Licht erleben! 🙂
    Aber auf die Idee, im Winter nach Dänemark zu reisen, kommt man wirklich nicht, zumal das Licht sich ja auch immer mehr bitten lässt, je weiter der Winter vorankommt. Was aber macht man als gelernter Tourist in der Dunkelheit?
    Egal, dein Bericht hat mir grad das Herz aufgehn lassen. 🙂

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    • In Nordjütland gibt es sehr viele, abwechslungsreiche Wandermöglichkeiten. Sowohl entlang der Küste, als auch im Landesinneren. Ich wohne schon drei Jahre hier und habe noch soviele Touren vor mir 😉
      Und Städte kann man ja auch mal anschauen oder ein Tropenbad genießen.
      Herzensgrüße zu dir!

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          • Genau, den meine ich wahrscheinlich. Wann ist denn in Dänemark das beste Wanderwetter? Wahrscheinlich im Sommer, wenn man hier nirgends wandern kann, weil es zu heiß ist. Oder ist in Dänemark auch der Herbst noch stabil (und hell) genug?

            Gefällt 2 Personen

          • Bitte, gerne.
            By the way:
            Wo fahre ich in England Mitte Oktober gin, wenn ich nur einen Flug nach London habe und vier Tage meiner Nase nach folgen will? Wo würdest du mich hinschicken? Übrigens werde ich dort nicht Auto fahren….

            Gefällt 1 Person

          • Ein Auto brauchst du in London nicht, du dürftest ohne Genehmigung gar nicht dort fahren (Congestion Zone). Aber die U-Bahn ist perfekt, du kommst überall hin.
            Dann kann man natürlich unendlich viel machen. z.B.
            Covent Garden oder Camden Lock (Jew. toller Markt mit Krimskrams)
            Tate Modern Gallery (fantastische Bilderausstellung, wie alle Ausstellungen in GB kostenlos. Es gibt natürlich noch mehr großartige Galerien in London)
            Harrods / Selfridges (Luxus-Kaufhäuser, muss man gesehen haben)
            House of Parliament, Buckingham Palace, Abby Cathedral, London Eye (alles in der Nähe, und alles teuer!)
            Tower of London (dort ist auch die berühmte Brücke mit den blauen Geländern)
            Wenn du willst, kannst mir eine E-Mail schreiben wo du übernachtest. Dann stell ich dir ein paar Vorschläge zusammen.
            London ist eine faszinierende Stadt! 🙂

            Gefällt 1 Person

  6. Wenn Du auf Insta schreibst, dass Dein Post online ist, bin ich auch schon ganz schnell da und habe gerade mit meinem Mann besprochen, dass wir Anfang Februar nach Dänemark fahren. Ob es dann Nordjütland wird, weil nur eine Woche, werden wir sehen. Aber am Rinköbingfjord hat es uns auch super gut gefallen.

    Und soeben habe ich von einem Kunden meines Mannes gehört, dass ein guter Freund von ihm tot im Wohnzimmer lag – Herzversagen. Seine Clique ist auf Segelurlaub gefahren und er konnte auf Grund von Wichtigkeiten nicht mit. Vielleicht hat sein System einfach aufgegeben.

    Das und vieles andere mehr lässt mich nun Dänemark im Winter planen.

    Alles, was Du in Deinen zehn Gründen beschreibst, fasse ich in einem Punkt zusammen bzw. ist mein elfter:
    man fällt aus der Zeit heraus und tritt in einen Raum der Endlosigkeit. Und genau da findet Heilung statt, auf jeder Ebene.

    Danke für Deinen Impuls und ein feindes Wochenende
    Veronika

    Gefällt 3 Personen

    • Also die Geschichte mit dem Mann habe ich deshalb erwähnt, weil das so symptomatisch ist hier: die wichtigen und glücklich machenden Erfahrungen und Erlebnisse werden zugunsten der ganzen to-dos einfach aufgeschoben. Ich frage mich nur wohin. Das sind für mich dann genau die Beispiele, die helfen sollen, einen anderen Kurs einzuschlagen.

      Bankbeamtin ist wegen Burnout mindestens sechs Monate im Krankenstand und hat nun ein schlechtes Gewissen, dass sie nicht zuverlässig gegenüber den Chefs ist, die sie aber jahrelang ausgebeutet haben. Ist das nicht krank. Einfach unfassbar. Da gehört ma der Kopf wieder gerade gerichtet.

      Daher – Dänemark im Winter, da würde ich alle Gestressten hinschicken, die sich nicht vorstellen können, dass sich das Rad auch ohne sie dreht.

      In diesem Sinne ein hyggeliges Wochenende
      Veronika

      Gefällt 3 Personen

    • Man schiebt viel auf Später, weil man immer glaubt, es passe gerade nicht. Und dann bedauert man vielleicht später einmal, etwas nie gemacht zu haben…..
      Einer der Gründe für unseren großen Umzug.
      Schönes Wochenende und noch viel mehr Spaß beim Urlaub planen 💕

      Gefällt 2 Personen

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