Meermond forscht: Wie schmeckt dänisches Bier?

Obwohl ich aus Bayern stamme, bin ich nicht wirklich ein Biertrinker. Bier schmeckt mir nur zu besonderen Gelegenheiten, wie zum Beispiel ein Guinness zu Weihnachten oder zum Radler gemischt im Biergarten oder auf der Dult. Guinness mag ich ausschließlich aus der Flasche, weil es dann Kohlensäure enthält und im Prinzip „gar nicht richtig schmeckt“, wie mein wundervoller Ehemann nicht müde wird zu erklären.

Jedes Weihnachten nehme ich also ein derart falsches Guinness zur Hand, blicke erwartungsvoll zum gsM, warte auf seine hochgezogene Augenbraue und die damit einhergehende Bierbelehrung, um dann zufrieden die Flasche zu öffnen. Was wäre Weihnachten ohne seine Familienrituale?    

Hopfen und Malz, Gott erhalt’s  

In Bayern feiert man viele Feste, bei denen das Biertrinken einfach dazu gehört: Fahnenweihen, Maibaumaufstellen inclusive Baumklauerei, Burschenvereine, Feuerwehrjubiläen, verschiedene Volksfeste  oder auch den Bockbieranstich. Der Masskrug [Anmerkung: Als Bayer spricht man das scharf aus und darum schreibe ich prinzipiell nicht Maß Bier! Es ist nämlich keine „Maas“, sondern eine „Mass“ 😊] ist ein vertrauter Anblick aus Bierzelt und vom heimischen Brotzeittisch. Und früher hat man den Kindern auch ab und an einen Schluck davon probieren lassen. Das war eben damals so und ist ziemlich lange her.

Vor dem allgemeinen Prost Rufen stimmte die Festgemeinde ein stolzes „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“ an und knallte dann die schweren Masskrüge aneinander, aus denen man zumeist ein Helles oder eben ein Radler trinkt. Und seitdem die schweren Steingutkrüge fast überwiegend von den gläsernen Vertretern verdrängt worden sind, kann man genau sehen, wer seine Mass durch ein Spezi entweiht. Selbiges kenne ich zum Beispiel als „Gwasch“ und ist nichts anderes als Cola mit Orangenlimo und hat eigentlich nichts in einem Masskrug verloren. Auf Traditionen ist man in Bayern nämlich zu Recht stolz und darum ist dort das Reinheitsgebot auch eine ernste Sache, die man gerne respektiert. Ein Bier ist ein Bier und kein Experiment.

Dänische Braukunst

Wir wohnen inzwischen drei Jahre in Dänemark und noch immer gibt es unzählige Biersorten zu probieren. Die gibt es bekanntlich auch in Bayern, aber dort unterscheiden sich die Biere idR. nur in der feinen Note und Biersorte. Doch was hier in Dänemark gebraut wird, ist für einen Exilbayern tatsächlich ein Geschmacksabenteuer.

Dänisches Bier wird wie in Deutschland als Helles, Pilsner, Dunkel und so weiter angeboten, aber die Sache mit dem Reinheitsgebot scheint hier nicht so von Bedeutung zu sein.

So haben wir schon Biere mit Alkoholgehalt von 8,5% aus der Giraffendose getrunken oder auch  verschiedene Bäume erschmeckt.

Ja, es gibt hier Biere mit der Zutat Baum!

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Das Buchenbier schmeckt mir persönlich am besten, wohingegen das Holunderbier meiner Ansicht nach eine geschmackliche Verirrung ist und daher schaffte ich exakt einen Schluck davon. Holunder finde ich zu dominant, während eine Prise Buche den brotigen Unterton des Dunklen hervorragend untermalt. Birke war erwartungsgemäß erfrischend und vermochte sowohl den gsM als mich zu überzeugen, während uns das Lindenbier an einen neumodischen Badezusatz erinnerte.

Påskebryg und Julebryg

Zu den verschiedenen Festtagen wird ein spezielles Festbier gebraut, welche jährlich anders schmecken sollen und durch besondere Zutaten aufgepeppt werden. Was genau im påskebryg drin ist, weiß ich derzeit noch nicht, denn ich habe dem Bier bis vor kurzem keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Erst durch die Aufregung um den j-dag sah ich mich dazu veranlasst, meine Forschungen zum Thema Bier in Dänemark intensiver zu betreiben. Wie ich vor kurzem erzählt hatte, war letzten Freitag der j-dag, an dem das beliebte julebryg zum Ausschank freigegeben und ausgelassen befeiert wurde. In allen Geschäften stapeln sich weihnachtliche Biere von unzähligen Brauereien. Aber welches schmeckt uns wohl und welches eher nicht?

Der Preußenbayer, der gsM und ich haben uns also mutig in die umfangreiche, bunte Welt der weihnachtlichen Lakritz- und Starkbiere gewagt und ich lade Sie / euch dazu ein, mit auf unserem heimischen Sofa Platz zu nehmen: vi hygger os med julebgryg.

Hinweis: Die im Gespräch besprochenen Marken wurden nach unserem persönlichen Geschmacksempfinden bewertet. Jedem steht es frei, unsere Äußerungen auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Skål!

Skål od godt jul!

Über einen netten Kommentar oder eine freundliche Weiterempfehlung auf Facebook oder Instagram freue ich mich sehr. 

Danke ❤ 

Herzliche Grüße,

Schriftzug Meermond klein Bilderstempel

32 Gedanken zu “Meermond forscht: Wie schmeckt dänisches Bier?

  1. Pingback: Andere Länder, andere … ? | Meermond

  2. Dag Meermond,
    Was da so alles auf der Welt gebraut wird…..noch nie was von Baumbier gehört.
    In Belgien werden über 1000 Biersorten gebraut, und ja, viele davon schmecken auch echt süffig, man darf da bloß nicht zuviel von trinken, ein Trappistenbier hat schon mal 11 %.

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  3. Endlich sehe ich deinen Beitrag auch hier! 😍
    Jetzt kommt auch mein Kommentar dazu 😁
    In den letzten 2 Jahren hatte ich gut 160 verschiedene dänische und über 400 deutsche Biere. Was soll ich sagen. Die Vielfalt in DK war definitiv größer! Letztes Jahr hatte ich das Tuborg Julebryg, und ich fand es für ein Winterbier sehr lecker. Laut Zutaten soll Lakritz drin sein, aber davon hab ich nix gemerkt (und ich hasse Lakritz!!!). Ebenfalls ganz lecker fand ich das Jule Riot Ale von BRUS. Zudem hatte ich noch irgendein Winterbier von To Øl oder Mikkeller (allerdings erst irgendwann im Frühling). Ich kann mich erinnern, dass ich enttäuscht war, sind dies doch meine 2 Lieblingsbrauereien. Von Willemoes hab ich bis jetzt nur das Ale gehabt, es war ok.
    Ich hoffe mal, dass ich in 1 Monat wieder eines der Biere auf dem dänischen Xmas Markt ergattern kann, da hatte ich auch das Tuborg her. 😉

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  4. Biere gibt es wirklich reichlich, ich bevorzuge zH das Lausitzer Porter, ein Dunkelbier, welches auch bei Kellertemperatur schmeckt. Gekühltes Bier nur im Freien, da bevorzuge ich dann Weizenbier, mit und ohne Alkohol. Im Urlaub habe ich auch schon mal Biere mit Geschmack, zB Himbeere probiert. Man kann, muss es aber nicht trinken.
    Bleib bei deinen Gewohnheiten und genieße dein Guinness so wie du es magst. Über Geschmäcker lässt sich trefflich streiten. 😊😊😊
    Lieben Gruß
    Ewald

    Gefällt 1 Person

  5. Hehe, mein Lieblingsbier ist Royal alkoholfri … 😉 … aber nur im Sommer, wenn es richtig heiss ist, denn ich bin auch kein Biertrinker.
    In Schottland haben wir ab und zu mal ein dunkles Bier getrunken, dass man dort „Bitter“ nannte. Vielleicht ist das die schottische Version von Guinness?

    Gefällt 1 Person

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