Nååååå! – dieses Dänisch…

Eine Sprache zu lernen ist manchmal gar nicht so einfach. Wir alle können es an den kleinsten Familienmitgliedern beobachten. Es ist witzig, süß und unvergesslich.

Kennt ihr das, dass ihr euch liebevoll an die sprachlichen Kunststücke eurer Kinder oder Geschwister erinnert? Habt ihr in euren Familien nicht auch das eine oder andere Wort, das zwar nostalgischen Wert hat, dafür aber nicht im Duden zu finden ist?

In meiner Geburtsfamilie ist und bleibt das Blaukraut bis in alle Ewigkeiten das Graugrau. Und wenn der Lacher besonders groß sein soll, folgt unmittelbar darauf ein „Nein danke, ich wille kein Graugrau.“

Diese Worte sprach vor über 30 Jahren mein kleiner Bruder im Kleinkindalter am Sonntagstisch aus. Der Kleine ist inzwischen 37 Jahre alt und überhaupt nicht mehr so knuffig, wie er damals war. Doch das Graugrau gibt es immer noch.

Dänisch lernen

Die Lieblingsworte meiner eigenen Familie sind inzwischen von der dänischen Sprache gefärbt. Die Zwillinge erfanden das „Klippern“. Sie lernten das dänische Verb „klippe“ im Kindergarten kennen, das übersetzt schneiden heißt. Eingedeutscht wurde daraus klippern und darum klippern wir eben unsere Haare. Vermutlich auch noch dann, wenn die Haare grau geworden sind.

Im September jährt sich unser Umzugstag zum vierten Mal und noch immer ist das Erlernen der neuen Sprache nicht abgeschlossen.

Sicher, wir sprechen Dänisch inzwischen so, dass wir keinerlei Verständigungsprobleme mehr haben. Dennoch passiert es ab und an, dass uns eine sprachliche Verwirrung eiskalt erwischt.

dänisch Sprache Verwirrungen

Dänisch lernen ist nicht ganz so einfach.

Sprachliche Verwirrungen

😀 „Mama, ich muss am Montag in den kravlegård.“‚

Entsetzt schaue ich meinen 1,87 m großen und fast zwei Zentner schweren Sohn an. Was er denn da wolle?

„Nun ja, ich muss doch lernen, wie man richtig schaltet. Und die Kupplung bedient.“

Der schlaue Leser weiß sofort, dass der große Prachtsohn derzeit die Fahrschule besucht. Was ihr nicht wisst, ist, dass ich als Freiwillige in einer Kinderboutique der Mütterhilfe mitarbeite und am selben Tag eben dort einen kravlegård mit Spieluhren und Mobiles dekoriert hatte. Ein kravlegård ist nämlich ein Laufstall.

Der große Prachtsohn fand es saukomisch, dass das Übungsgelände der Fahrschule genauso genannt wird.

😀  „Ich suche nach einem „uro„. Habt ihr gerade welche da?“

Und da stand ich und machte große Augen. Uro heißt auf Deutsch Unruhe. Tja, in einem Kindergeschäft nach Unruhe zu fragen, fand ich schon belustigend. Was sollte ich der freundlichen Dame mit dem Baby im Tagetuch bloß anbieten?

Kaffee? Espresso? Energydrink?

Jetzt weiß ich, dass uro auch die Bezeichnung für ein Mobile ist.

Aber warum die Dänen ein Ding, das ein Baby beruhigen soll, „Unruhe“ nennen, ist mir bis heute schleierhaft.

Schönes Wochenende,

Schriftzug Meermond

 

 

 

29 Gedanken zu “Nååååå! – dieses Dänisch…

  1. Schöner Post! Warum seid ihr denn damals nach Dänemark gezogen? Beruflich oder Lust auf Neues? Oder des Landes wegen? Ich finde Dänemark ja toll – aber für uns geht’s jetzt erstmal zurück nach Ungarn. Verschiedene Sprachen zu lernen und zu sprechen ist immer toll, je mehr es werden, desto leichter wird es und desto mehr Spaß macht es auch. Und es kann auch sehr lustig sein, da stimme ich dir voll zu! Schöne Grüße in den Norden!

    Gefällt 1 Person

  2. Im Deutschen fallen uns diese Absonderlichkeiten gar nicht mehr auf, außer man macht es sich wirklich bewusst – wie beim Teekesselchen (dem Wortspiel).

    Klippern finde ich übrigens eine total schöne Wortschöpfung!

    Meine Tochter hat es sich in frühen Jahren auch einfach gemacht, wenn z. B. der Hakuk in die Waschine musste.

    Gefällt 1 Person

  3. Ich bewundere dich, liebe Meermond. Ich kann die Sprache hoechstens lesen, gesprochen gibt es fuer mich weder Anfang noch Ende. Kinder lernen Sprachen so schnell. Bravo. Liebe Gruesse von Jutta.

    Gefällt 1 Person

  4. Sofort denke ich an Waschmafring – so nannte meine Tochter die Waschmaschine, und nun pruzeln die Worte, aber ich lasse es dabei.
    Sprechen lernen ist eins, eine fremde Sprache das andere, du hast es sehr treffend beschrieben und die Bilder sind einfach köstlich!
    Unruhe für ein Mobile, nun, es steht selten still, ein Windhauch genügt…
    herzlichst, Ulli

    Gefällt 1 Person

Bei Nutzung der Kommentarfunktion erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner angegebenen Daten durch diese Webseite bzw. Wordpress und Gravatar einverstanden. (Hinweise zur Verarbeitung deiner Angaben und Widerspruchsrechte: https://meermond.blog/impressum/)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.